Ausstrahlungsdatum: Donnerstag, 15. März 2018, 22.25 Uhr, SRF 1

Von der Manager- zur Volkskrankheit: Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet Stress als die grösste Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts. «Einstein» will wissen – was ist eigentlich Stress, wie kann man ihn messen und ab wann ist er schädlich? Jeder Dritte fühlt sich bei der Arbeit gestresst und das beeinflusst auch das Privatleben. Paarpsychologe Guy Bodenmann sieht Stress als Beziehungskiller Nummer 1 und hat ein Präventionsprogramm entwickelt, um Paare zu schützen. Stress verändert sogar unsere Gene. Schweizer Forscher konnten zeigen, dass durch Stress veränderte Gene über Generationen weitervererbt werden. Kathrin Hönegger moderiert die Sendung.

Bis der Stress euch scheidet?
Stress kann nicht nur krankmachen, sondern auch Beziehungen kaputt. Ein Beispiel: Die Kommunikation wird unter Stress oberflächlicher, das führt zu Entfremdung; man hat sich «auseinandergelebt». Deshalb hat Psychologe Guy Bodenmann ein Präventionsprogramm entwickelt. Gelingt es einem Paar, Stress gemeinsam zu bewältigen, wird Stress von der Gefahr zum Gewinn: Er bringt das Paar sogar näher zusammen, und der Stress ist leichter zu ertragen.

Wenn Manager meditieren
Stress lässt sich in der Arbeitswelt kaum vermeiden – was also ist zu tun? Ein effektives Mittel zu Stressreduktion ist die Achtsamkeitsmeditation. Was einst als esoterisch verschrien war, ist längst auch unter Managern salonfähig geworden. Einen gewichtigen Anteil an dieser Entwicklung hat die Wissenschaft: Sie konnte zeigen, dass die Meditation tatsächlich wirkt und sogar zu Veränderungen im Gehirn führen kann. Auch wenn neueste Studien die Resultate etwas relativieren: Der Trend ist ungebrochen und kommt langsam auch in der Schweiz an.

Wie Stress vererbt wird
Traumatische Erlebnisse können sich in die Gene einbrennen und sogar vererbt werden. Isabelle Mansuy von der Universität Zürich erforscht dieses Phänomen bei Mäusen und hat herausgefunden, dass diese genetischen Stressmarker auch bei den Urenkeln noch zu finden sind. Und auch die Nachkommen zu verängstigten Mäusen machen. Happige Forschungsergebnisse, die die französische Forscherin dazu angetrieben haben, nach einem Gegenmittel zu suchen. Und sie hat es gefunden, zumindest bei den Mäusen.