Ausstrahlungsdatum: Dienstag, 20. Mrz 2018, 22.25 Uhr, SRF 1

Seit Menschengedenken begegnet uns etwas, was wir fassungslos das Bse nennen. Was bringt Menschen dazu, entsetzliche Verbrechen zu begehen? Steckt das Bse in jedem von uns? Barbara Lthi leitet die Diskussion im Club.

Hirnforscher, Psychiater, Philosophen und Juristen streiten sich ber die Frage, welche Verantwortung letztlich ein jeder fr sein eigenes Tun trgt. Kann, wer keine Moral kennt, bse handeln, oder ist gerade das Ausblenden der Moral eine bse Entscheidung, eine unterlassene moralische Anstrengung? Folgen Mrder und Vergewaltiger ihrem freien Willen, oder treibt etwas Krankhaftes in ihnen sie zur Tat? Wie erklrt man den Hang zum Bsen? Und gibt es bse Menschen, oder nur bse Taten?

Psychiater suchen Antworten in der frhen Kindheit, im problematischen Umfeld oder in traumatischen Erlebnissen. Neurologen versuchen das Bse durch Hirn-Scans zu lokalisieren, forschen nach Gesetzmssigkeiten in Verbrecherhirnen und orten genetische Defekte, die nicht durch den Willen beeinflussbar sein sollen.

Doch wenn das Verbrechen ein biologisches Problem ist, bleibt fr das Schuldprinzip im Strafrecht kein Raum. Dagegen wehren sich Verfassungsrechtler, Juristen und Richter mit aller Macht. Und auch Philosophen warnen: Wer das Verbrechen auf ein medizinisches Phnomen reduziere, verwische den Unterschied zwischen krank und bse.

Unter der Leitung von Barbara Lthi diskutieren im Club:
Marianne Heer, Richterin, Professorin fr Strafrecht Universitt Luzern
Thomas Knecht, forensischer Psychiater, Psychiatrisches Zentrum AR
Hans Joachim Markowitsch, Hirnforscher und emeritierter Professor fr Physiologische Psychologie Universitt Bielefeld
Bettina Stangneth, Philosophin und Historikerin
Nicole Dill, Gewaltopfer, Leiterin Opferberatungsstelle Sprungtuch
Simon Volkart, verurteilter Mrder, hat Strafe verbsst

Im Interview: Thomas Mller, Kriminalpsychologe und Profiler