Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und ein SES-geführtes Konsortium entwickeln ein System, das die Erzeugung von kryptographischen Schlüsseln im Weltall und ihre sichere Übertragung an Nutzer auf der Erde via Laser ermöglichen wird.
Im Rahmen der Vereinbarung mit der ESA wird das SES-geführte Konsortium von Industriepartnern ein sogenanntes Quantum Cryptography Telecommunication System (QUARTZ) kreieren; dies ist eine neue Plattform für die Bereitstellung eines globalen Dienstes zur Erzeugung von Kodierungsschlüsseln der nächsten Generation und ihrer Anwendung in geografisch verstreuten Netzwerken. Mögliche Anwendungen sollen dem Anforderungsprofil von Nutzern wie Telekommunikationsbetreibern, Finanzorganisationen, Infrastrukturanbietern, Institutionen und potenziell auch Regierungsorganisationen entsprechen.
Im Rahmen des QUARTZ-Projekts wird SES ein satellitenbasiertes Quantum Key Distribution (QKD) System und die Servicearchitektur definieren, konzipieren und entwickeln; dies schließt die Dienste, die zentralen Technologien sowie die vollständige Validierung am Boden ein. Andere Mitglieder des Konsortiums werden spezifische technologische Beiträge und Expertise für unterschiedliche Systemelemente bereitstellen. Zu dem Konsortium gehören Unternehmen und Forschungsorganisationen aus ESA-Mitgliedstaaten wie Deutschland, Luxemburg, Österreich, Schweiz, Tschechien und Niederlande.
Dank ihrer ausgedehnten und quasi unbegrenzten Abdeckung können Satelliten ein Schlüsselelement für die Bereitstellung eines verlässlichen, global verfügbaren Cyber-Sicherheitssystems bilden. Das QUARTZ-Projekt ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines innovativen, stabilen, skalierbaren und kommerziell rentablen satellitenbasierten QKD-Services. Es wird zur optischen Kommunikation die Erzeugung von Kodierungsschlüsseln mittels sicherer Laserlinks und Laserterminals vom Satelliten zu den Nutzern auf der Erde sowie die Übermittlung der Quantenschlüssel per Photonenübertragung ermöglichen.
QUARTZ ist ein Projekt, das unter dem Dach des neuen ARTES/ScyLight-Programms der ESA unter der Bezeichnung SeCure and Laser Communication Technology im Rahmen einer speziellen Programmlinie für Quanten-Technologien entwickelt wurde. ScyLight wurde von der ESA als ein spezielles Programm zur Förderung und Unterstützung der Entwicklung und Bereitstellung innovativer optischer Technologien für die Satellitenkommunikation und zur Unterstützung der Branche bei der Erschließung neuer Marktchancen für optische Kommunikationstechnologien ins Leben gerufen.
„QUARTZ ist ein exzellentes Beispiel für die Kombination von wissenschaftlicher Forschungsarbeit mit privatwirtschaftlichen Anforderungen, unterstützt durch das ScyLight-Programm der ESA für die Entwicklung künftiger Anwendungen“, so Magali Vaissiere, ESA Director of Telecommunications and Integrated Applications.
Nicole Robison, Senior Vice President Global Government bei SES Networks, sagt: „Quantum-Kryptographie und satellitenbasierte Schlüsselverteilungstechnologien sind leistungsstarke Tools für die Bereitstellung eines sicheren und geschützten Datenaustauschs und können das Angebot von SES Networks in Zusammenhang mit sicherer Satellitenkommunikation ergänzen.“
Mathias Link, beigeordneter Direktor für Weltraumangelegenheiten im Luxemburger Wirtschaftsministerium und aktueller Präsident des “Satellite Communications Board” (JCB) der ESA welches das ARTES Programm überwacht, sagt: “Es ist eine Ehre für Luxemburg dass SES ein so wichtiges Projekt leitet an dem eine Vielzahl von internationalen Akteuren beteiligt sind, sowie auch andere Luxemburger Unternehmen. Das Projekt QUARTZ stärkt somit Luxemburgs Position als idealer Standort um kommerzielle, innovative Projekte in den Bereichen fortgeschrittener Weltraumtechnologien und der Datenverschlüsselung durchzuführen.”




Reply With Quote