1968 – ein Jahr, das sich als Synonym für die größte globale Jugendprotestbewegung des 20. Jahrhunderts in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat. Ob in San Francisco, Tokio, Paris, Prag, São Paulo, Algier, Berlin oder London. Überall auf der Welt protestierten junge Menschen gegen als solche empfundene festgefahrene gesellschaftliche Strukturen und Unterdrückung. Zum 50-jährigen Jubiläum dieses Protestjahrs betrachtet der Doku-Zweiteiler „1968 – Als die Zukunft begann“ von Regisseur Don Kent das Jahr 1968 als Wendepunkt eines Jahrzehnts, das die Welt verändert hat und bis heute prägt. Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts „1968 – Der Umbruch“ (Detail unter presse.ORF.at) steht der erste Teil des Dokumentarfilms „Die Welle“ am Sonntag, dem 27. Mai, um 23.00 Uhr auf dem Programm von ORF 2. Den zweiten Teil, „Die Explosion“, zeigt ORF 2 am Sonntag, dem 3. Juni, um 23.05 Uhr.
Die Schockwelle, die der Kriegseintritt der USA rund um den Globus ausgelöst hat, wird in der Reihe erstmals aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven erzählt und fügt sich so zu einem globalen Bild der 68er-Bewegung zusammen: von den USA bis Vietnam, von Japan bis Deutschland, Brasilien, Frankreich, Mexiko, China und in den Kongo. So unterschiedlich die Protestbewegungen waren, so hatten sie doch eine gemeinsame Protestkultur, die sich durch alle Bereiche des Lebens zog: Flower Power, Musik und Drogen waren ebenso Teil des Protests wie friedliche Demonstrationen und brutale Gewalt und Gegengewalt.
„1968 – Als die Zukunft begann“: Teil 1 – „Die Welle“ (1965–1969) am 27. Mai um 23.00 Uhr in ORF 2
Der erste Teil beginnt mit einem Blick in die wirtschaftlich boomende, gesellschaftlich aber erstarrte amerikanische Gesellschaft der 1960er Jahre und spürt der keimenden Unzufriedenheit in Teilen der Jugend nach. An der University of Berkeley, Kalifornien, finden die Spannungen als erstes eine Form: Hier wird der Grundstein für die amerikanische Antikriegsbewegung, das Free Speech und Civil Rights Movement, gelegt.
Während der Krieg in Vietnam an Fahrt und Kritikern gewinnt, unterdrückt die Militärdiktatur in Brasilien die linke Opposition. In Westeuropa und Japan formieren sich lokale Studentenbewegungen, die die traditionellen Lehr- und Machtinstrumente boykottieren und auf der Suche nach alternativen linken Gesellschaftsmodellen sind. Deutsche Studenten lehnen sich gegen alte NS-Kader an den Spitzen ihrer Universitäten auf. Allerorts kommt es zu gewaltvollen Auseinandersetzungen mit den staatlichen Autoritäten.
Die flächendeckende Berichterstattung über die Grausamkeiten des Vietnamkriegs macht die USA zur Zielscheibe einer kritischen linken Jugend weltweit, die sich in Protesten organisiert und die Welt mit ihren Slogans und Protestsongs überflutet.
Während in Europa die Studentenproteste und Streiks ihre zahlenmäßigen Höhepunkte erreichen, läuten dramatische Ereignisse anderorts die Kehrtwende ein: Die Morde an Martin Luther King und Bobby Kennedy, die blutig niedergeschlagenen Proteste vor den Olympischen Sommerspielen 1968 in Mexiko mit mehr als 500 Toten, der sich zuspitzende Vietnamkrieg oder die „Attacke auf Tokio“, bei der Studenten den größten Bahnhof der Welt besetzen, zeigen die zunehmenden gewalttätigen Eskalationen der Proteste.
Das Bild vom Planeten Erde, das Apollo 8 im Dezember 1968 aus dem Weltraum aufzeichnet, täuscht: Der vermeintlich friedliche Planet ist in fundamentalem Aufruhr. Teil 2, „Die Explosion“, widmet sich am 3. Juni um 23.05 Uhr in ORF 2 ausführlich den Geschehnissen in den Jahren 1970 bis 1975.




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