Ausstrahlungsdatum: Mittwoch, 30. Mai 2018, 22.25 Uhr, SRF 1
Die internationale Architekturschau steht dieses Jahr unter dem Motto «Freiraum». «Kulturplatz» zeigt überraschende Projekte zum Thema Freiraum, erkundet den zum besten Pavillon der Biennale gekrönten Schweizer Pavillon und sucht Freiräume im vom Massentourismus geplagten Venedig. Eva Wannenmacher moderiert die Sendung.
Städtebau – Freiraum ist mehr als der Raum dazwischen
Die Geschichte der Zivilisation ist engstens mit dem öffentlichen Raum, den grossen Plätzen in den Städten verbunden, im Guten wie im Schlechten: auf Plätzen wurde die Demokratie erfunden, wurden Umstürze eingeleitet, Volksfeinde hingerichtet, Revolutionen niedergeschlagen. «Kulturplatz» trifft den Architekten und Städtebauexperten Vittorio Magnago Lampugnani. Er appelliert an seine Zunft, dem öffentlichen Raum in den Städten wieder mehr Beachtung zu schenken.
Die Kuratorinnen – Freiraum als Bekenntnis zum freien Denken
Zwei Frauen kuratieren die diesjährige Architekturbiennale, ihr Büro Grafton Architects befindet sich im Stadtteil Grafton in Dublin, und ihre Bautätigkeit ist international. Für die irischen Architektinnen Shelley McNamara und Yvonne Farrell ist Freiraum schon seit Langem ein wichtiges Prinzip, gut sichtbar in ihren Bauten, die von Durchlässigkeit und Offenheit geprägt sind. Aber Freiraum ist für sie auch ein humanistisches Prinzip, hat mit der Grosszügigkeit des Geistes zu tun, wie sie es selber formulieren. «Kulturplatz» stellt das Architektinnenduo vor und erklärt, was es mit ihrem aussergewöhnlichen Interesse für die Schweizer Architektenszene auf sich hat.
Die Pavillons – Freiräume rund um die Welt
63 Länder befassen sich dieses Jahr in ihren Pavillons mit dem Begriff «Freespace», «Kulturplatz» hat einige davon besucht: Das Architekturbüro Graft hat im deutschen Pavillon den Mauerfall zum Thema und fragt, welche Konsequenzen Teilung und Zusammenwachsen eines Landes haben. «Vom Todesstreifen zum freien Raum» – so ihre Bezeichnung der deutsch-deutschen Entwicklung. Der ägyptische Pavillon befasst sich mit den informellen Märkten in den Megacitys des Südens. Die Freude ist riesig: Das Architektenteam des Schweizer Pavillons hat den Goldenen Löwen erhalten, den Preis für den besten Pavillon an der Architekturbiennale 2018. «Kulturplatz» hat ihre Installation besucht – eine Erfahrung zwischen «Gullivers Reisen» und «Alice im Wunderland». Erstmals ist der Vatikanstaat an der Architekturbiennale vertreten – und hat dafür grosse Namen verpflichtet. Norman Foster hat eine der zehn Kapellen, die den Vatikanstaat repräsentieren, gestaltet.




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