Ausstrahlungsdatum: Donnerstag, 28. Juni 2018, 22.25 Uhr, SRF 1

Wir vermüllen unsere Welt mit mehr als hundert Millionen Tonnen Plastik – jährlich. Und der landet am Ende als Mikroplastik wieder bei uns. Auf unserem Tisch, in unserer Luft und selbst in unserem Bier. Auch in der Schweiz sind die Mengen an weggeworfenem Plastik beachtlich, wie die erste Schweizer Littering-Studie zeigt. Am häufigsten fanden die Sammler Zigarettenstummel, deren Filter nichtabbaubaren Kunststoff beinhalten. Doch auch Pneuabrieb oder Fasern von Kunststoffkleidern schicken wir Schweizer tonnenweise in die Natur. Erste Studien zeigen nun beängstigende Auswirkungen von Mikroplastik auf Pflanzen und Tiere. Höchste Zeit für ein Umdenken. Tobias Müller moderiert die Sendung.

Wie wir unsere Welt plastifizieren
Bis zu 140 Millionen Tonnen Plastik treiben inzwischen in den Meeren. Zwei Drittel der Meeresvögel haben Plastik im Magen. Und die Meere sind zu eigentlichen Plastiksuppen geworden, voll mit winzigsten, kaum sichtbaren Plastikteilchen. Sogenannter Mikroplastik. Studien zeigen: Mikroplastik findet sich unterdessen auch im europäischen Trinkwasser, ja gar in der Luft. Auf den Dächern und Strassen von Paris setzen sich jährlich bis zu zehn Tonnen Mikroplastik aus der Luft ab. Selbst im Tomasee, der Rheinquelle, fanden Forscher eine erstaunliche hohe Konzentration von Mikroplastik.

Die Plastiksündenfälle in der Schweiz
Plastikabfall ist auch in der Schweiz ein Problem. Zum einen produzieren wir unbewusst gewaltige Mengen Mikroplastik, der in der Natur landet: Durch Reifenabrieb kommen alleine von den Personenwagen jährlich geschätzte 10’000 Tonnen. Und beim Waschen gelangen Milliarden Kunstfasern direkt ins Wasser. Forscher haben aber auch nachgewiesen, dass die Plastikabfälle in unseren Gewässern hochgiftig sein können. Weil sie einerseits selber Giftstoffe enthalten, andererseits aber auch wie ein Magnet Gifte wie Pestizide anziehen.

Wie Mikroplastik Pflanzen und Lebewesen beeinflusst
Wie gefährlich ist Mikroplastik für Pflanzen und Lebewesen? Eine Frage, in der die Wissenschaft noch weit von einer Antwort entfernt ist – die ersten Langzeitexperimente haben erst begonnen. Und doch gibt es bereits erste, teilweise erschreckende Resultate. Eine Studie aus Deutschland beispielsweise konnte sogar zeigen, dass die Folgen von Mikroplastik im Boden sogar schlimmer sein könnten als im Gewässer.

Die Suche nach dem Supermaterial
Wichtigster Rohstoff für Plastik ist Erdöl. Dieses ist jedoch nicht nur teuer, sondern vor allem umweltschädlich. Die Suche nach einer ökologischen Alternative läuft seit Jahren auf Hochtouren, ist bis anhin jedoch erfolglos geblieben. Ein visionärer Forscher in Fribourg setzt nun auf ein Abfallprodukt, das normalerweise in der Kehrichtverbrennung landet: Hühnerfedern. Erste Versuche sind erfolgsversprechend.