Ausstrahlungsdatum: Montag, 20. August 2018, 22.25 Uhr und 22.55 Uhr, SRF 1

Am 20. August steigt Griechenland aus dem EU-Rettungsprogramm aus. Doch damit sind der Euro und das Land keineswegs gerettet. «ECO» mit Patrizia Laeri widmet sich dem zukunftslosen Konstrukt Euro. Im Anschluss geht es in «ECO Talk» mit Reto Lipp um Wirtschaftslenker. Seit zehn Jahren müssen sich Volkswirtschaftler den Vorwurf gefallen lassen, dass sie nicht vor der Finanzkrise gewarnt hätten.

«ECO»: Euro – Konstrukt ohne Zukunft
Am 20. August steigt Griechenland aus dem EU-Rettungsprogramm aus. Sind das Land und damit der Euro gerettet? Keineswegs. Der Euro hatte Wohlstand versprochen. Doch aus dem Traum wurde rasch ein Albtraum, wie die «ECO»-Reportage zeigt.

Die Defizite der Gemeinschaftswährung sind bis heute ungelöst, der Euro schwach. Grund: Mit Italien steht die drittgrösste Wirtschaftsnation der Gemeinschaft am Abgrund. Ein Sparprogramm will sich Rom von Brüssel nicht diktieren lassen. Stattdessen diskutieren Teile der Regierung den Austritt aus dem Euro.

Doch Italien kann sich das gar nicht leisten. Das Land wäre sofort bankrott. Ökonomisch betrachtet verkraften nur wirtschaftsstarke Länder einen Austritt. Der ehemalige IWF-Ökonom und Princeton-Professor Ashoka Mody schlägt daher vor, dass Deutschland den Euro verlassen soll.

Andernfalls werde das Experiment Euro zum Desaster. In seiner heutigen Form wird die Gemeinschaftswährung kaum bestehen können.

«ECO Talk»: Wirtschaftslenker – Konkret, persönlich, greifbar
Sie rechnen, sie analysieren, sie schreiben – und dann? Meistens gelangen die Forschungsergebnisse von Ökonomen nicht in die breite Öffentlichkeit. Seit zehn Jahren müssen sich Volkswirtschaftler den Vorwurf gefallen lassen, dass sie nicht vor der Finanzkrise gewarnt hätten. Wann entscheiden sich Ökonomen, ihre Meinung kundzutun? Weshalb? Und wie gehen sie mit Gegenwind um?

Reto Lipp stellt diese Fragen zwei Ökonomen, die regelmässig die Öffentlichkeit suchen und zu den einflussreichsten im deutschsprachigen Raum gehören:
Hans-Werner Sinn, ehemaliger Leiter Ifo-Institut
Ernst Fehr, Verhaltensökonom Universität Zürich