Ausstrahlungsdatum: Freitag, 17. August 2018, 22.25 Uhr, SRF 1

Eine kleine Gemeinde im Kanton Aargau entschied im Herbst 2015, lieber eine Strafgebühr von knapp 300 000 Franken zu bezahlen, als Asylsuchende aufzunehmen. Andreas Glarner, Gemeindepräsident der reichen Aargauer Gemeinde, will ein Exempel statuieren und weigert sich, in seinem Dorf zehn Flüchtlinge aufzunehmen. Doch in der Gemeinde formiert sich, auf Initiative der Studentin und Tochter eines lokalen Gemüsebauers, Johanna Gündel, Widerstand gegen die Politik des Gemeindepräsidenten. Die Mühlen der direkten Demokratie beginnen zu mahlen.

Im Sommer 2015 suchen eine Million Menschen auf der Flucht Schutz in Europa. 40’000 schaffen es bis in die Schweiz, zehn werden vom Kanton Aargau der reichen Gemeinde Oberwil-Lieli zugeteilt. Aber Andreas Glarner, Gemeindepräsident und SVP-Nationalratskandidat, will ein Exempel statuieren. Er weigert sich, in seinem Dorf Flüchtlinge aufzunehmen. Johanna Gündel, Studentin und Tochter eines lokalen Gemüsebauern, organisiert mit der IG Solidarität den Widerstand gegen diese Nein-Politik. Derweil steigt der Gemeindepräsident prompt zum Nationalrat und Migrationschef der SVP auf. Die damalige Grüne Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli, die für die Unterbringung der Asylsuchenden zuständig war, befürchtete, dass uns Ängste und ideologische Debatten davon abhalten, kluge Lösungen zu finden.

Ausgehend von den Ereignissen in Oberwil-Lieli erzählt die Regisseurin Sabine Gisiger in «Willkommen in der Schweiz» gleichnishaft von der Schweiz in Zeiten der sogenannten Flüchtlingskrise – davon, was dieses Land in der Mitte Europas war, sein will oder werden könnte. Die Geschichte dieser gespaltenen Gemeinde steht symbolisch für die Situation im ganzen Land.