Der Festivalsommer neigt sich dem Ende zu – zuvor gibt es in ORF III Kultur und Information aber noch ein weiteres Kulturhighlight, diesmal aus dem Burgenland: Emmerich Kálmáns Operettenklassiker „Gräfin Mariza“ von den diesjährigen Seefestspielen Mörbisch. Gestartet wird das Wochenende jedoch am Samstag, dem 1. September 2018, mit den finalen beiden Folgen der zwölfteiligen „zeit.geschichte“-Dokumentarreihe „Österreich I“. Am Sonntag, dem 2. September, ist schließlich in „Erlebnis Bühne“ um 20.15 Uhr das Operettenspektakel von der Seebühne zu erleben.
Samstag, 1. September: Zweimal „zeit.geschichte: Österreich I“ mit „Vom Siegen und Sterben“ und „Im Kriege wiedererstanden“ ab 20.15 Uhr sowie Mike Supancic im „Sommerkabarett“ (23.45 Uhr)
Am Samstag sind im Hauptabend die finalen zwei Teile der zwölfteiligen ORF-III-Dokumentarreihe „Österreich I“ von Hugo Portisch und Sepp Riff zu sehen, beginnend mit „Vom Siegen und Sterben“ (20.15 Uhr) über die ersten Kriegsjahre des Zweiten Weltkriegs. Im Frühjahr 1940 steht für die deutsche Führung eine neue Konfrontation mit den Westmächten England und Frankreich an. Polen wiederum fällt im Blitzkrieg. Doch der erste Schlag wird in diesem Jahr nicht im Westen geführt, sondern im Norden. Mit der Besetzung Dänemarks und Norwegens will sich die nationalsozialistische Führung die Erzvorkommen Skandinaviens sichern. Auch in der Heimat hinterlässt der Krieg seine Spuren. Über 50.000 deutsche Soldaten sind im ersten Kriegsjahr gefallen. In der finalen Folge „Im Kriege wiedererstanden“ (22.00 Uhr) hält Hitler den Krieg schon für gewonnen. Am 22. Juni 1941 überfallen deutsche Truppen die Sowjetunion. Es gelingt der Wehrmacht, dem Gegner binnen kürzester Zeit erhebliche Verluste zuzufügen und Hunderttausende Kriegsgefangene zu machen. Doch der hereinbrechende Winter verlangsamt den deutschen Vormarsch, bis er knapp vor Moskau zum Stillstand kommt.
Der Abend schließt mit einer weiteren Ausgabe des „Sommerkabaretts“. In „Mike Supancic: Das Geheimnis von Imst“ (23.45 Uhr) zieht der Kabarettist mit der Bahn durch Österreich und entdeckt dabei die obskursten Triebe heimischer Politik und Kultur.
Sonntag, 2. September: Sechsmal „ORF III Spezial“ zum 100. Geburtstag von Susi Nicoletti mit u. a. „Susi Nicoletti – Mit Ernst unernst“ – ab 10.35 Uhr; Außerdem: „Die Gräfin in der Geige“ (19.40 Uhr) und „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett: Seefestspiele Mörbisch: Gräfin Mariza“ (20.15 Uhr)
Susi Nicoletti wäre am 3. September 100 Jahre alt geworden. ORF III widmet der Schauspielerin einen sechsteiligen Schwerpunkt, beginnend mit „Das Mädl aus der Vorstadt“ (10.35 Uhr) aus dem Jahr 1962 aus dem Wiener Burgtheater. An der Seite von Susi Nicoletti sind in der Posse von Johann Nestroy außerdem Richard Eybner, Ernst Anders, Josef Meinrad und Christiane Hörbiger zu erleben. Es folgen die Filme „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ (12.40 Uhr) aus dem Jahr 1957, „Kleiner Schwindel am Wolfgangsee“ (14.25 Uhr) aus 1949 sowie „Die Winzerin von Langenlois“ (16.05 Uhr), der ebenfalls im Jahr 1957 entstanden ist. Danach bietet „Susi Nicoletti – Mit Ernst unernst“ (17.35 Uhr) ein ausführliches Porträt über das Leben und die Karriere der Schauspielerin. Der Schwerpunkt schließt mit dem aus dem Jahr 1955 stammenden Film „Sonnenschein und Wolkenbruch“ (18.10 Uhr) von Regisseur Rudolf Nußgruber. Darin ist Nicoletti als Revuetänzerin Margit zu erleben, die von einem Hotel engagiert wird, einen Perlenkettendiebstahl zu inszenieren. Der Grund: Das Hotel will seiner miserablen Buchungslage durch die Presse einen ordentlichen Aufschwung verschaffen. Aber dann taucht die echte Besitzerin der Perlenkette auf.
Im Vorabend stimmt die Dokumentation „Die Gräfin in der Geige“ (19.40 Uhr) auf den im Hauptabend gezeigten Operettenklassiker von den Seefestspielen Mörbisch 2018 ein. „Gräfin Mariza“ gehört zu den am öftesten in Mörbisch gespielten Operetten. Aber noch nie ist Manja, die Zigeunerin, in 14 Metern Höhe, an der Spitze eines Geigenhalses erschienen. Mila Janevska erzählt in der von Gabi Schiller gestalteten TV-Dokumentation, wie es ihr bei der „Erstbesteigung“ ergangen ist und wie sie die ungewöhnliche Bühne erlebt. Danach folgt in „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“ das diesjährige Mörbisch-Highlight. Karl Absenger inszeniert im ersten Jahr der Intendanz von Peter Edelmann auf der spektakulären Seebühne in Mörbisch die Geschichte der reichen und schönen Gräfin, die sich vor ihren Verehrern retten möchte. Sie erfindet kurzerhand einen Verlobten und gibt ein rauschendes Fest, um die vielen lästigen Kavaliere abzuschrecken. Durchkreuzt wird ihr Plan von einem Baron, der ausgerechnet denselben Namen trägt wie der imaginierte Bräutigam und zudem an einer Heirat interessiert wäre. Die Komposition von Emmerich Kálmán dirigiert Guido Mancusi.
Nachfolgend gedenkt ORF III des am vergangenen Mittwoch verstorbenen Erich Lessing und zeigt das im Jahr 2013 von Thomas Hackl und Martina Hechenberger entstandene Porträt „Der Fotograf im Rückspiegel“ (22.45 Uhr). Der Fotograf erzählt darin von seiner Jugendzeit in Wien, seinen Erlebnissen auf der ganzen Welt, der Eröffnung seiner Galerie im Jahr 2011 und seinem unvergleichlichen Schaffen. Es folgt um 23.40 Uhr „Im Gespräch mit Erich Lessing“. 2015 führte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz rund um das Jubiläumsjahr des Staatsvertrags ein ausführliches Interview mit dem Jahrhundertfotografen.




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