Ausstrahlungsdatum: Montag, 17. September 2018, 22.55 Uhr, SRF 1

„Ich kann jeden malen. Und zwar so gut, dass kein Experte oder Sammler etwas merkt.“ Dank diesem Talent wurde Wolfgang Beltracchi zum grössten Betrüger der Kunstgeschichte – und 2011 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Heute malt er wieder, ganz legal, in einem Tanzsaal am Vierwaldstättersee. Roger Schawinski diskutiert mit Wolfgang Beltracchi.

Während vier Jahrzehnten hat Wolfgang Beltracchi über 300 Bilder „gefälscht“: Er eignete sich die Handschrift grosser Meister wie Pablo Picasso oder Max Ernst an, malte Bilder, die als vermisst galten oder es so noch gar nicht gab und brachte sie schliesslich mit gefälschter Signatur auf den Kunstmarkt. Dort mauserten sie sich zu Millionenwerken und ermöglichten der Familie Beltracchi ein Leben in Luxus – bis 2010, als der Betrug aufflog. Wolfgang Beltracchi und seine Frau Helene wurden verhaftet und zu sechs bzw. vier Jahren Haft verurteilt.

Wie konnte Beltracchi über einen so langen Zeitraum Sammlerinnen, Auktionshäuser und die renommiertesten Experten täuschen? Der heute 67-Jährige ist überzeugt: „Der Experte ist immer so schlecht, wie der Fälscher besser ist.“ Und er sei einfach der Beste. Kein Wunder, steht nach diversen grossen Produktionsfirmen nun auch Netflix vor der Tür und will mit dem „Meisterfälscher“ eine mehrteilige Geschichte drehen. Bereut er den Betrug? Was reizte ihn damals am Fälschen? Und: Was macht Beltracchi, wenn er im Museum eines seiner gefälschten Bilder hängen sieht? Roger Schawinski fragt nach.