11. November 1918. Der Erste Weltkrieg ist zu Ende. Für Millionen von Menschen in Europa beginnt eine Reise ins Ungewisse. Der Krieg hat die alte Ordnung der Monarchien und Imperien hinweggefegt. Nun muss die Landkarte neu gezeichnet, die Welt neu geordnet werden. Es beginnt ein intensives, leidenschaftliches Ringen um die beste Utopie: ein „Krieg der Träume“. Von Anfang an befindet sich die Vision eines friedlichen, auf Interessenausgleich und Freundschaft bedachten demokratischen Europas im Wettstreit mit zwei anderen, äußerst mächtigen Utopien – Kommunismus und Faschismus. Den Kampf dieser drei Ideologien, dieser Träume von einer besseren, gerechteren Welt und ihr Ringen um die Herzen und Köpfe von Millionen von Menschen erzählt der von Showrunner Jan Peter und Produzent Gunnar Dedio (LOOKSfilm) entwickelte Dokudrama-Dreiteiler „Krieg der Träume“ am 14., 18. und 21. September 2018 jeweils um ca. 22.30 Uhr in ORF 2.
Die drei Episoden, die „Universum History“ zeigt, folgen den Lebenswegen ausgesuchter Protagonisten, überwiegend jungen Frauen und Männern aus Frankreich, Deutschland, Polen, Österreich, Großbritannien, der Sowjetunion und Italien, die auf der Suche nach einem neuen Leben sind und von einer besseren Welt träumen. Als Quelle für die Drehbücher dienten ihre Aufzeichnungen: Tagebücher, Memoiren, Briefe, aber auch Biografien. Die Erlebnisse dieser Protagonisten wurden aufwendig inszeniert und mit dokumentarischem Film- und Fotomaterial zu einer packenden Dramaserie verdichtet. In ihr werden die Geschichten der Protagonisten vertikal in den einzelnen Folgen und auch horizontal über die ganze Serie hinweg erzählt. So zeichnen die Filme eine Mentalitätsgeschichte der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Die Frage ist, wie und warum sich die Mentalität von Millionen Europäern im Verlauf dieser 21 Jahre zwischen 1918 und 1939 so veränderte, dass ein neuer Krieg möglich wurde. Immer wieder zeigen sich dabei auch Parallelen zur heutigen politischen Situation, in der Europa und die Demokratie erneut in die Krise zu geraten drohen.
„Krieg der Träume“ entstand in Zusammenarbeit mit ARTE und ARD, dem ORF und vielen internationalen Partnern anlässlich des 100. Jahrestags des Endes des Ersten Weltkriegs. Das Projekt steht für eine über europäische Landesgrenzen hinweg gelungene Kooperation auf dem Gebiet der dokumentarischen Dramaserie, die mit „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ initiiert wurde und jetzt weitergeführt wird.
Krieg der Träume – Teil 2: „Tanz auf dem Vulkan“ – Dienstag, 18. September, 22.35 Uhr, ORF 2
Reichtum für alle verspricht der Konsumentenkredit, eine amerikanische Erfindung, die ab 1927 Europa erreicht. Doch der Zusammenbruch der Börsen am Schwarzen Freitag 1929 beendet diesen Traum. Infolge der Weltwirtschaftskrise kommt es in vielen Ländern zu Massenarbeitslosigkeit. In Deutschland kämpft die Weimarer Republik ums Überleben. Am 30. Jänner 1933 wird Adolf Hitler Reichskanzler.
Marcel Jamet eröffnet in Paris das Edelbordell „OneTwoTwo“, bald ein Treffpunkt für Politiker, Militärs und internationale Stars. Als sich einer seiner Geldgeber das Leben nimmt, muss er mit dem Geheimdienst kooperieren, um das Haus durch die Wirtschaftskrise zu bringen.
Aus der Haft entlassen stürzt sich Kommunist Hans Beimler erneut in den Kampf für den Kommunismus. Er verliebt sich in eine junge Genossin. Die Affäre und die Hoffnungslosigkeit ihrer sozialen Lage treiben seine Frau Magdalena in den Selbstmord. Als 1933 die Nazis an die Macht kommen, muss er abtauchen.
Wie viele italienische Industrielle ist Silvio Crespi überzeugt, dass nur Benito Mussolini Italien aus dem politischen und sozialen Chaos herausführen kann. Mit Hilfe hoher Kredite ist es ihm gelungen, sein Firmenimperium auszubauen. Doch die Aufwertung der Lira durch Mussolini lässt die Exporte einbrechen.
Die Österreicherin Edith Wellspacher wird als eine der ersten Frauen in Wien zum Medizinstudium zugelassen. Sie erträgt die Anfeindungen durch Mitstudenten und Professoren und hungert oft tagelang, um das Studium finanzieren zu können. Da begegnet sie dem jüdischen Assistenzarzt Max Wachstein.
Für einen Fememord saß Rudolf Höß fünf Jahre im Zuchthaus. Nach seiner Haftentlassung gründet er eine Familie und lebt als Landarbeiter in Pommern. Seiner rechten Gesinnung ist er als Mitglied des völkischen Artamanen-Bundes treu geblieben. Da begegnet er Heinrich Himmler, der ihn für die SS-Totenkopfverbände gewinnt und ihm eine Stelle als Aufseher im KZ Dachau anbietet.
Nach erfolgreichen Jahren in Hollywood hat Pola Negri in der Weltwirtschaftskrise ihr Vermögen verloren. Ihr erster Tonfilm ist ein Flop, plötzlich will sie in den USA niemand mehr sehen. Doch ausgerechnet die deutsche Filmindustrie will den ehemaligen Superstar für deutsche Produktionen gewinnen.
Unity Mitford, Tochter einer britischen Adelsfamilie, schwärmt für Adolf Hitler. Sie gehört zu der wachsenden Gruppe von Briten, die sich für den Faschismus begeistern – im Gegensatz zu ihrer jüngeren Schwester Jessica, die eine überzeugte Kommunistin ist. Die Auseinandersetzungen zwischen den jungen Frauen häufen sich. Schließlich gestattet ihr Vater, Lord Redesdale, Unity eine Reise nach Deutschland.




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