Ausstrahlungsdatum: Mittwoch, 7. November 2018, 22.25 Uhr, SRF 1
Der russische Regiestar Kirill Serebrennikov steht in Moskau unter Hausarrest. Trotzdem entsteht in Zürich seine Mozart-Inszenierung von «Cosi fan tutte». Ein Akt des Widerstands gegen russische Willkürjustiz? «Kulturplatz» über die Probenarbeit und Hintergründe einer brisanten Operninszenierung. Eva Wannenmacher moderiert die Sendung.
Ohne Arbeit würde er nicht überleben
Wie inszeniert ein Regisseur, der streng bewacht unter Hausarrest steht? Der nur mit seinem Anwalt kommunizieren darf, keine Briefe schreiben, kein Internet benutzen kann. Kirill Serebrennikovs engste Mitarbeiter wie Evgeny Kulagin beweisen, dass das funktionieren kann. Sie inszenieren «Cosi fan tutte» im Geist (und mit Regieanweisungen) des Regisseurs. «Kulturplatz» über die Probenarbeit zu «Cosi fan tutte».
Eine absurde Anklage
Seit anderthalb Jahren lebt Kirill Serebrennikov unter Hausarrest. Ihm wird vorgeworfen, in den Jahren 2007 bis 2014 Subventionsgelder, die für das innovative Theaterprojekt «Platforma» gesprochen worden waren, veruntreut zu haben. Ausgerechnet er, der die russischen Theaterstrukturen modernisierte, wird nun angeklagt, staatliche Gelder missbraucht zu haben. Was sind die Hintergründe? Was ist Wahrheit, was ist Propaganda? «Kulturplatz» über den Fall Serebrennikov.
Kirill Serebrennikov – Der Regieberserker
Er muss arbeiten. Kirill Serebrennikov gehört nicht nur zu den erfolgreichsten, sondern auch zu den produktivsten Regisseuren Russlands. Theater, Oper, Film, in jedem Metier erzählt er von den Konflikten der Gegenwart. Sein jüngster Film «Leto» lief im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes, sein Theater – das Gogol-Center in Moskau – wurde zum Mittelpunkt modernen Theaterschaffens. Liegt dort der Grund für die Anfeindungen, denen er nun ausgesetzt ist? Denn seine Themen ecken an: Nationalismus, Religion, Gewalt. «Kulturplatz» im Gespräch mit der russischen Theaterkritikerin Marina Davydova.
Wir lassen ihn nicht mundtot machen
Eine Operninszenierung als Akt des Widerstands gegen die russische Justiz? Das Opernhaus Zürich versucht, alles möglich zu machen, damit «Cosi fan tutte» zur Premiere gelangt. Seine Mozart-Inszenierung verlegt Kirill Serebrennikov in die Gegenwart. Er verbindet das Experiment um Liebe und Treue, von dem die Oper handelt, mit den Gefühlsverwirrungen moderner Menschen heute.




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