Zwei Pfuschfälle, zwei Firmen - derselbe Geschäftsführer: Beim EU-Bausachverständigen Günther Nussbaum schrillen die Alarmglocken, als er erfährt wer hinter der Firma eines Pfuschbaus steckt: ein alter Bekannter. „43 % Feuchtigkeit, ab 20 % fangen die Schwammerl zum Wachsen an“, lautet das trockene Urteil von Nussbaum nach der Teilsanierung des Hauses von Familie Knabl, wo ordentlich gepfuscht wurde. Ein weiterer Hilferuf führt ihn ins Burgenland. Eine 143.000 Euro teure Investition führt zu einem traurigen Schicksalsschlag eines Ehepaares. Ab 21.20 Uhr ist bei ATV wieder die Finanzpolizei im Einsatz und sagt der österreichischen Schattenwirtschaft den Kampf an.

Pfusch am Bau
Donnerstag, 15. November 2018, 20.15 Uhr bei ATV

Kärnten: Sandra und Maximilian Knabl investierten 360.000 Euro in ihr Traumhaus, das sowohl mit natürlichen Stoffen, als auch regional gebaut wurde. Doch schon kurz nach ihrem Einzug hatte die Familie mit der Qualität der Ausführung zu kämpfen: der Putz verlor an zwei Hausseiten die Farbe und Risse zeigten sich. Nur nach vielen Diskussionen erwirkte die Familie an zwei Hausseiten eine Teilsanierung. Doch mit den Jahren veränderte sich die Fassade immer mehr, Risse und Auswölbungen im Putz sind zu erkennen. Die Familie versuchte mehrfach mit dem Vertragspartner zu reden, doch dann ging das Unternehmen in Insolvenz. Als Nussbaum erfährt, wer hinter der Firma steckt, stellt er einen Zusammenhang mit einem bereits bekannten Fall in Kärnten fest und will dem Pfusch auf den Grund gehen. Bei einer Bauteilöffnung bestätigen die Befürchtungen des Bausachverständigen: Durch Fassadenrisse und Ausführungsfehler an allen An- und Abschlüssen dringt Wasser in die Holzkonstruktion. Die Statik ist in Gefahr, denn der tragende Balken des überstehenden Gebäudeteiles ist bereits von massivem Schimmel und einem holzzerstörenden Pilz befallen. „Das ist nicht schlimm oder dramatisch - hier ist Megagefahr im Verzug.“ Kann Günther Nussbaum Familie Knabl helfen?
Im burgenländischen Schandorf, direkt an der ungarischen Grenze, steht das Haus von Silvia und Erwin Ederer. Um weniger Arbeit mit ihrem großen Haus zu haben, verkauften sie es und investierten in ein Kleineres. Doch die als umfangreich sanierte, modernisierte und teilweise erweiterte angepriesene Immobilie sollte sich noch als schwerwiegenderer Aufwand als das alte Haus herausstellen. Nach dem 143.000 Euro teuren Kauf tauchten zahlreiche Mängel auf. Die Wände waren so feucht, dass sich Schimmel bildete, die umgebaute Terrasse war undicht und es drang Nässe ins Haus ein. Das Ehepaar investierte weitere 40.000 Euro in die Sanierung und Mängelbehebung. Doch damit hatte es mit den Pfusch-Problemen kein Ende. Günther Nussbaum soll nun einer eingehenden Prüfung unterziehen und schon bei der Durchsicht der Unterlagen zeigt sich, dass hier einiges im Argen liegt. Die Ederers haben unterschrieben, das Haus mängelfrei übernommen zu haben, ohne zuvor einen Anwalt zu konsultieren oder zu verstehen, was das in letzter Konsequenz bedeutet. Da sie das Haus nicht von einem gewerblichen Anbieter, sondern von Privatleuten gekauft haben, gelten hier andere Regeln bei der Gewährleistung. Kann der EU-Bausachverständige hier noch eine Lösung finden?

Die Finanzpolizei
Donnerstag, 15. November 2018, 21:20 Uhr bei ATV

„Die Zeit ist für uns kostbar, weil die Leute, die drinnen sind, wissen was bevorsteht.“, sagt Franz, Leiter der Finanzpolizei Wien. Bei einer Großkontrolle mit der Polizei muss eine verbotene Spielhölle gestürmt werden. Die Betreiber weigern sich die Türe zu öffnen. Da hier illegales Glücksspiel betrieben wird, muss die Türe gewaltsam aufgebrochen werden, um die illegalen Spielautomaten sicherzustellen.
Schwerpunktkontrolle in China-Lokalen: Die Finanzpolizei muss schnell zugreifen, um alle Fluchtwege abzusperren. Der Koch eines Restaurants kommt in Erklärungsnot. Er wurde bei der Arbeit angetroffen, ist aber nicht ordnungsgemäß angemeldet. Dem Besitzer droht nun eine Anzeige. Aber auch Menschenhandel kommt in diesen Bereichen vermehrt vor. Immer wieder werden chinesische Staatsbürger nach Österreich gelockt, um dort zu niedrigen Löhnen in Lokalen illegal zu arbeiten. „Sie braucht einen Vermittler aus ihren eigenen Kulturkreisen. Kommt sie an den Falschen, ist sie dem ausgeliefert.“, fügt Franz hinzu. Die Sprachbarrieren erschweren die Ermittlungen enorm.
„Das ist hochprofessionell mit krimineller Energie hinterlegt“, sagt Rigobert, Leiter der Finanzpolizei Steiermark und Kärnten. In Graz wird eine Großbaustelle im Konvoi anvisiert. Laut Recherchen sind dort einige illegale Arbeiter tätig. Die 50 Finanzbeamten aus der Steiermark und Kärnten kontrollieren auch Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen. Immer wieder werden nämlich unter anderem die NoVa und die KFZ-Steuer unterschlagen.