Die RTL Group will die Einladung von ProSiebenSat.1 zur Beteiligung an der gemeinsam mit Discovery geplanten Streaming-Plattform vorerst nicht annehmen.

Die von dem Wettbewerber angebotene Zusammenarbeit sei derzeit keine Option, sagte Konzernchef Bert Habets bei der Präsentation der Jahresbilanz in Berlin. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das als selbständige Einheit entwickeln können, die erfolgreich Wachstum und Größenvorteile erreicht“, sagte Habets. „Wir wollen in jedem unserer Märkte unter den größten drei Streaming-Plattformen sein.“

ProSiebenSat.1 hat bislang das ZDF, Sport1 und WELT für sein Streaming-Projekt gewonnen, das im Sommer 2019 als zentrale deutsche Anlaufstelle für Live- und On-Demand-TV starten soll.

Nach Einschätzung Habets würde RTL bei einem gemeinsamen Vorstoß mit ProSiebenSat.1 zu viel Zeit verlieren: „Das sind komplexe Verhandlungen. Da müssen eine Menge Bestandteile verhandelt werden.“

In Frankreich hingegen will die RTL-Tochter M6 zusammen mit den Konkurrenten TF1 und France Télévisions eine gemeinsame Streaming-Plattform starten (Projekt „Salto“).

Ursprünglich wollten RTL und ProSiebenSat.1 ein gemeinsames Streaming-Portal in Deutschland aufbauen. Das Projekt „Amazonas“ scheiterte jedoch 2012 am Widerstand des Bundeskartellamts, das darin eine zu große Ballung von Marktmacht sah.