Ausstrahlungsdatum: Mittwoch, 20. März 2019, 22.25 Uhr, SRF 1
Ein tiefer Riss teilt die britische Gesellschaft in zwei unversöhnliche Lager: der Brexit. Seit dem Volksentscheid zum EU-Austritt dröhnt endloses Gezänk über den Ärmelkanal. Was ist nur los mit «Great Britain»? «Kulturplatz» sondiert und sucht nach tiefer reichenden Erklärungen. Eva Wannenmacher moderiert die Sendung.
The Cheeseman – Warum ein Schotte in der Schweiz Ire werden will
Der Schotte Michael Jones lebt und arbeitet seit zehn Jahren im Käseland Schweiz und verkauft hier britischen Käse. Sein British Cheese Centre in der Zürcher Markthalle im Viadukt ist zu einer Art «Speaker’s Corner» der Brexit-Debatte geworden, für Expats wie für Schweizer. Eva Wannenmacher erkundet die britische Käsekultur und unterhält sich mit dem «Cheeseman» über seine persönliche Sicht auf die Probleme seiner Heimat und seinen Vorsatz, den irischen Pass zu beantragen.
Grossmachtallüren – Ein Historiker reklamiert den Sonderfall
Krone, Empire, Common Wealth: Die britische Geschichte durchdringt die ganze Welt und ist voll ruhmreicher Kapitel. Die eher spannungsgeladene Beziehung zu Europa analysiert der Historiker Brendan Simms, Professor in Cambridge, in seinem aktuellen Buch. Sein Befund: Das Inselreich habe schon immer als ausgleichende Kraft gewirkt auf dem Kontinent, sobald eine Nation sich dort auf Kosten anderer ausbreitete. Die EU werde auch nach dem Brexit mit dem Einfluss Britanniens rechnen müssen. Seine umstrittene These beflügelt die Nationalkonservativen und ärgert alle anderen.
Streitlustig – Autorin A.L. Kennedy prangert das Establishment an
A.L. Kennedy ist eine der wichtigsten Gegenwartsautorinnen englischer Sprache – und Schottin. In ihren Romanen schaut sie auf die Verlierer im heutigen Grossbritannien. Scharfzüngig und scharfsinnig kritisiert sie das britische Establishment, das sich seit Langem kaum mehr für europäische Belange interessiere und zum eigenen Profit das Königreich mit fadenscheinigen Argumenten ins Abseits dirigiere. Wir haben die engagierte Autorin an ihrem heutigen Wohnort in der englischen Grafschaft Essex, nordöstlich von London, getroffen.
Die Mauer – Eine dunkle Vision von der Inselfestung Britannien
Eine 10’000 Kilometer lange Mauer schottet die britische Insel von der Aussenwelt ab, es gibt nur noch die Briten und «die Anderen», Eindringlinge. Der paranoide Staat zwingt die jungen Erwachsenen zum militärischen Wachdienst auf der Mauer. Lodernder Generationenhass vergiftet das Zusammenleben. Der in London lebende Schriftsteller John Lanchester zeichnet in seinem Zukunftsroman eine düstere Metapher für die politischen Entwicklungen der Gegenwart.




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