Ausstrahlungsdatum: Mittwoch, 27. März 2019, 20.05 Uhr, SRF 1

Sie schuften ein Leben lang, sind dennoch oft schlecht versichert. Die «Rundschau» zeigt, warum Bäuerinnen bei einer Scheidung das Sozialamt droht. Zudem: Stimmzettel von Novartis-Aktionären landen direkt beim Pharmariesen. Und: Erschütternde Berichte über sexuellen Missbrauch an Gehörlosen. Sandro Brotz moderiert die Sendung.

Novartis ritzt Stimmgeheimnis: Präsident kennt Resultate vor Generalversammlung
Auf dem Abstimmungscouvert steht die Adresse des Stimmrechtsvertreters. Doch: Die Unterlagen von Novartis-Aktionären für die Generalversammlung kommen nie dort an. Stattdessen landen sie direkt auf dem Novartis Campus – wo sie geöffnet und ausgewertet werden. Die «Rundschau» weiss: Die Ergebnisse werden dem Verwaltungsratspräsidenten noch vor der Generalversammlung mitgeteilt. Experten bezweifeln, dass GV-Beschlüsse unter diesen Umständen rechtmässig sind.

Bäuerinnen ohne Lohn: Nach der Scheidung droht die Armut
Sie schuften jahrelang auf dem Feld, im Stall und im Haus. Bezahlt werden sie dafür oft nicht. Zwei Drittel der Schweizer Bäuerinnen arbeiten ohne Lohn auf dem Betrieb, sind dadurch oft schlecht abgesichert. Im Fall einer Scheidung stehen sie zuweilen vor dem Nichts. Der Bundesrat will die Situation der Bäuerinnen verbessern: Wenn die Bauern ihre Frauen nicht sozialversichern, sollen die Direktzahlungen gekürzt werden. Für den Verband der Bäuerinnen eine dringende Massnahme zur Anerkennung der Arbeit auf dem Bauernbetrieb. An der Theke erklärt Bauernverbandspräsident und CVP-Nationalrat Markus Ritter, warum der Vorschlag des Bundesrats nicht zum Ziel führe.

Ungehörte Schreie: Wenn Priester Gehörlose missbrauchen
Es sind erschütternde Berichte über den jahrelangen sexuellen Missbrauch an gehörlosen Kindern in Italien. Ehemalige Schüler des Antonio-Provolo-Instituts in Verona beschuldigen über ein Dutzend ehemaliger Priester der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs. Ein Brief an den Papst, der Namen von mutmasslichen Tätern nennt, bleibt bis heute unbeantwortet – obwohl Papst Franziskus Nulltoleranz versprochen hat.