Wie bedenklich es momentan um die Pressefreiheit in der EU aussieht, zeigt der aktuelle Medienskandal in Österreich. ORF-Moderator Wolf hatte in seiner Sendung den EU-Spitzenkandidat Vilimsky von der FPÖ wegen dem "Rattengedicht" befragt - und Vilimsky waren die Fragen schlicht zu kritisch.

Zur Verdeutlichung, dass die FPÖ eine rechtspopulistische Partei sei, zeigte Wolf eine Karikatur der Jung-FPÖ-Partei. Auf diesem ist ein junges blondes Paar in Trachtenkleidung zu sehen war, umgeben von graugezeichneten finster dreinblickenden Gestalten.

Der ORF-Moderator wollte wissen, wodurch sich diese Darstellung von der antisemitischen Darstellung eines Juden im NS-Kampfblatt "Der Stürmer" unterscheide - und blendete auch die Stürmer-Zeichnung ein.

Der FPÖ-Politiker antwortete: "Diese Parallelität zu ziehen, Herr Wolf, ist also allerletzte Schublade. In dem Sie vom 'Stürmer' ein Bild nehmen, das einem Jugendplakat gegenüberstellen und die Nähe zum Nationalsozialismus suggerieren, ist etwas, was nicht ohne Folgen bleiben kann."

Die Folge: Vilimsky fordert den Rücktritt des Moderators. Die oberste ORF-Etage sowie Moderator Wolf zeigen sich entsetzt. Der Generaldirektor des ORF, Alexander Wrabetz, hat die Kündigungsforderung Vilimsky indes in der Zeitung "Kurier" zurückgewiesen (Quelle: Meedia): "Die Entscheidungen in diesem Unternehmen treffe ich. Vilimsky ist nicht Generaldirektor, und ich lasse mir von einem Parteigeschäftsführer nicht zurufen, wer bei uns die ‘ZiB’ moderiert."