Bereits zum vierten Mal veröffentlichen der Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR Medien) und die Arbeitsgemeinschaft TELETEST (AGTT) im Rahmen des AGTT Screenforce Days ihre jährliche Bewegtbildstudie.

Die jetzt vorgelegte „Bewegtbildstudie 2019“ bietet einen Überblick über die Nutzung sämtlicher Bewegtbildangebote - von klassischem Fernsehen über Sender-Mediatheken und alternative Online-Dienste wie Netflix oder YouTube bis hin zur Videonutzung in sozialen Medien. 2019 setzen sich die bereits in den Vorjahren erkennbaren Trends im Wesentlichen fort, vereinzelt zeigen sich neue Entwicklungen. Der größte Nutzungsanteil entfällt nach wie vor auf Klassisches TV. Gleichzeitig werden umfangreiche neue Angebote zum Online-Konsum von TV-Sendern wie auch von neuen Akteuren bereitgestellt und vom Publikum gut angenommen.

Die Untersuchung macht deutlich, dass die Bewegtbildnutzung dabei anhaltend stabil bleibt. Bewegtbild wird von nahezu jeder Österreicherin und jedem Österreicher täglich konsumiert und erreicht so eine Tagesreichweite von 91 % in der Gesamtbevölkerung im Alter ab 14 Jahren. Lineares TV schneidet dabei besonders gut ab, denn rund drei Viertel der Nutzerinnen und Nutzer über 14 Jahren entscheiden sich täglich für klassisches Fernsehen. Medienkonsument/innen unter 30 Jahren nutzen Bewegtbild fast genauso viel wie ältere Zielgruppen. Einziger Unterschied ist der Verbreitungsweg - Jüngere nutzen TV-Inhalte vermehrt online und zeitversetzt.

Seit Beginn der Studie im Jahr 2016 ist das Ausmaß der Bewegtbildnutzung konstant hoch: neun von zehn Österreicher/innen konsumieren täglich bewegte Bilder. Zwischen den Altersgruppen gibt es hier auch fast keine Unterschiede - bei Personen unter 30 Jahren sind es 87 %, bei Personen 50 + sind es 93 %. Vier Fünftel aller Österreicherinnen und Österreicher nutzen täglich TV (klassisch oder online), ein knappes Drittel nutzt Videos (Tagesreichweite 80 % zu 29 %).

Der gesamte Online Bewegtbild-Konsum, also Fernseh-Inhalte auf Mediatheken sowie Videos auf YouTube, Netflix und Co., hält bei einem Marktanteil von 18 % (im Vorjahr 17 %) - fast ein Drittel davon entfällt auf Mediatheken von TV-Sendern (5 %).

Bei den jungen Menschen im Alter bis 29 Jahre steigt der Anteil der Bewegtbildnutzung im Internet gegenüber dem Vorjahr moderat und macht nun 47 % der gesamten Bewegtbildnutzung aus. D.h. bereits fast die Hälfte des Bewegtbildkonsums erreicht die User dieser Zielgruppe online, knapp ein Viertel davon sind Sender-Mediatheken. Das bislang sehr dynamische Wachstum in diesem Bereich schwächte sich merklich ab und beträgt nun 3 Prozentpunkte (2018 und 2017 betrug das Wachstum noch jeweils plus 10 Prozentpunkte).

Fernsehen (linear und non-linear) macht insgesamt 85 % des Bewegtbildkonsums der Österreicher aus. Dieser Wert präsentiert sich praktisch unverändert zum Vorjahr (86 %).
Auch bei Jungen (14-29 Jahre) bedeutet Bewegtbildnutzung überwiegend die Nutzung von TV-Inhalten (60 %, klassisch/online). Fast die Hälfte der gesamten Bewegtbildnutzung bei unter 30-Jährigen entfällt auf rein lineares TV, das ist geringfügig weniger als im Vorjahr (2019: 46 %; 2018: 48 %). Der vergleichsweise höchste Anteil bei OTT-Angeboten entfällt bei jungen Nutzerinnen und Nutzern auf YouTube (12 %), gefolgt von Netflix, dessen Anteil sich mit 10 % mehr als verdoppelt hat, und mit merklichem Abstand auf Amazon Video (3 %).

Etwas mehr als dreieinhalb Stunden pro Tag nutzen die Österreicher Bewegtbild (219 Minuten), davon über drei Stunden Fernsehen (linear und non-linear: 175 Minuten, on demand oder via Livestream: elf Minuten); auf YouTube entfallen pro Tag acht Minuten (alle Video-Plattformen zusammen: 29 Minuten).

TV-Screens sind die Nummer eins - nicht nur für Fernsehen im herkömmlichen Sinn. Fast die Hälfte der Online-TV-Nutzung bzw. fast ein Drittel der Videonutzung (29 %) passiert am TV-Gerät. Damit positioniert sich das TV-Gerät erstmals in allen Nutzungsarten als zentrale Anlaufstelle; letztes Jahr lag bei der Nutzung von YouTube und Netflix noch der Laptop vorne - doch auch diese Dienste migrieren langsam zum TV-Gerät als "Unterhaltungszentrale" des Haushalts.