Auf dem Lokal-TV-Kongress 2019, der heute und morgen in Potsdam stattfindet, diskutieren 100 Fachleute aus ganz Deutschland wieder über die Rolle und Bedeutung des lokalen Fernsehens, wie die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern heute mitteilte. Das diesjährige Thema: „Vernetztes Lokal-TV – Mittendrin statt nur dabei“. Zur Eröffnung zogen die Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, Anja Zimmer, sowie die Direktoren der Thüringer Landesmedienanstalt, Jochen Fasco, und der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, Bert Lingnau, eine Bilanz der vergangenen Jahre. Seit 2015 stehe der Kongress in Potsdam im Zeichen der Zusammenarbeit und Vernetzung. Bert Lingnau: „Der Kongress ist der wichtigste Treffen der Lokal-TV-Verantwortlichen im Jahr. Er ist immer abwechslungsreicher und vielseitiger geworden und trägt damit der wichtigen Aufgabe des lokalen Fernsehjournalismus, die Lebensrealität der Menschen aus Dörfern und Städten abzubilden, Rechnung.“
Diskutiert wurde auch über lokalen Sport im lokalen Fernsehen. Er sei identitätsstiftend und verbindet. „Amateursport ist Kultur, ist Ehrenamt, ist Integration und Engagement“, so Dr. Steffen Wenzel, der das Internet-Portal „fupa.net“ vorstellte, auf dem Amateurfußballspiele aus ganz Deutschland gezeigt werden. „Wir haben Interesse daran, dass Menschen animiert werden, Sport zu treiben. Wir müssen Kooperationen und Vernetzungen vorantreiben“, so der Geschäftsführer des Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Haverland, der auch Mitglied des Medienausschusses Mecklenburg-Vorpommern ist.
Heiß debattiert wurde laut Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern auch die Frage „Lokale Medien in der Abhängigkeit? Zwischen kritischer Berichterstattung und Gefälligkeitsjournalismus“. Denn nicht nur im Umfeld von Wahlen wollen die Bürgerinnen und Bürger über politische Entscheidungen in ihrem unmittelbaren Umfeld, deren Begründungen und mögliche Auswirkungen informiert werden. Lokaljournalismus habe die Aufgabe, den Menschen vor Ort kontinuierlich ausgewogene Themen, auch die komplizierteren, zu präsentieren und verständlich zu machen. Viele Lokal-TV-Veranstalter würden jedoch die kritische Berichterstattung, den Konfrontationskurs mit Politik und anderen Akteuren innerhalb der Kommunen scheuen. Sie befürchten Interviewabsagen und heftige Kritik aus dem lokalen Umfeld, teilte die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern mit.
Der Lokal-TV-Kongress ist eine Veranstaltung der fünf ostdeutschen Landesmedienanstalten. Dies sind die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, die Medienanstalt Sachsen-Anhalt, die Sächsische Anstalt für privaten Rundfunk und neue Medien und die Thüringer Landesmedienanstalt. Der jährliche Lokal-TV-Kongress entstand 2015 aus einer Zusammenführung der Lokal-TV-Tage Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie der Fernsehmesse Sachsen.




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