Klaus Gysi war einer der führenden Kulturpolitiker der DDR. In seinem Dokumentarfilm "Der Funktionär" setzt sich Gysis Sohn Andreas Goldstein mit dem Leben seines Vaters auseinander. In Kombination von Archivmaterialien, aktuellen Bildern historischer Orte sowie einem subjektiven Kommentartext entstehen Fragestellungen nach Idealismus und Opportunismus. Das ZDF zeigt den Film am Montag, 28. Oktober 2019, 0.15 Uhr, auf dem Sendplatz des Kleinen Fernsehspiels. In der ZDFmediathek ist "Der Funktionär" ab Sonntag, 27. Oktober 2019, 10.00 Uhr, bis Montag, 4. November 2019, zu sehen.

Klaus Gysi, 1912 geboren, trat mit 15 Jahren dem kommunistischen Jugendverband bei, später wurde er Mitglied der kommunistischen Partei. Bis 1945 lebte Gysi illegal in Berlin. Dann machte er im sozialistischen Deutschland Karriere, Abstürze inbegriffen. Er war Verlagsleiter, Kulturminister, Botschafter, Staatssekretär für Kirchenfragen. Ein Meister der Gesten und des geschickten Taktierens im sozialistischen Apparat. 1988, kurz vor dem Ende der DDR, entließ die Partei Gysi aus dem Staatsdienst. 1999 starb er. Knapp 20 Jahre nach seinem Tod hat Andreas Goldstein einen persönlichen Film über seinen Vater gedreht. Den Vater, den er als Junge nur in Momentaufnahmen erlebte und der auch noch für den erwachsenen Sohn voller Widersprüche bleibt. Goldsteins Film ist ein (auto-)biografischer Essay mit einer Fülle von Fotos, Archivmaterial aus dem DDR-Fernsehen und Aufnahmen aus Ostberlin. Er erzählt nicht nur eine private Geschichte, sondern zielt auch auf eine neue Betrachtung jenes Staates, aus dem der Regisseur selbst stammt.