Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 27. Oktober 2019, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Kirche in Bewegung? – Vor Abschluss der Amazonien-Synode
Wie „reformfreudig“ wird der Schlusstext der Amazonien-Synode sein, die nach drei intensiven Wochen nun am Sonntag ihren Abschluss findet? Wird es klare Aussagen zu Klimakrise, sozialer Gerechtigkeit und Priestermangel geben? Wird die im Vorfeld viel diskutierte Möglichkeit der Weihe von verheirateten römisch-katholischen Familienvätern – „Viri probati“ – tatsächlich Realität? Es sind viele Fragen, auf die in diesen Tagen – den letzten der Synode mit dem Titel „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ – Antworten gesucht und gefunden werden könnten. Im „Orientierung“-Bericht kommen u .a. der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn – Mitglied des 13-köpfigen Redaktionskomitees für das Schlussdokument – zu Wort, außerdem der emeritierte austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler und der Steyler Missionar Franz Helm. Bericht: Mathilde Schwabeneder.

„Gott nimmt Partei“ – Reformationstag erinnert an Ulrich Zwingli
„Kirche muss politisch sein!“ Gebeten hinter Kirchenmauern müsse ein Handeln in der Gesellschaft folgen. Zu diesem Schluss kommt der reformierte Zürcher Pfarrer Christoph Sigrist im Hinblick auf den Reformator Ulrich Zwingli in seinem Festvortrag beim diesjährigen Reformationsempfang in Wien. Vor 500 Jahren – 1519 – begann Zwingli sein Wirken in Zürich und prangerte Missstände in Kirche und Gesellschaft an. Doch Zwingli selbst war voller „Ecken und Kanten“. Toleranz war kein Produkt der Reformation. Es herrschte die Idee vor: ein Staat, eine Religion. Weil die damals aufkommende Täuferbewegung den Wehrdienst ablehnte, galten die Täufer im reformierten Zürich als Staats- und Kirchenfeinde. Zwingli stimmte damals der Verfolgung zu. Auch ehemalige Freunde Zwinglis wurden zum Tod verurteilt und ertränkt. Diese dunklen Seiten der Reformation dürften nicht verschwiegen werden, betonte Thomas Hennefeld, Landessuperintendent der evangelisch-reformierten Kirche. Gemeinsam mit dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Chalupka und dem evangelisch-methodistische Superintendenten Stefan Schröckenfuchs hatte er zum Reformationsempfang unter dem Titel „Reformierte Reformation“ geladen. Bericht: Marcus Marschalek.

Evangelischer Bischof Chalupka: Hilfe für Menschen in Syrien
Mehr als elf Millionen Menschen sind in Syrien und in den Nachbarländern von humanitärer Hilfe abhängig, daran erinnert der neue evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka. Angesichts der jetzigen Situation sei die EU „viel zu untätig“, diese lehne sich zurück und „überlässt das Spiel den USA, Russland und der Türkei“. Dabei seien Friedensinitiativen und humanitäre Hilfe dringend notwendig. Die evangelischen Kirchen seien gemeinsam mit Partnerorganisationen für Menschen vor Ort im Einsatz. Besonders wichtig, so der evangelisch-lutherische Bischof, sei es, „dass die Menschen so versorgt werden können, dass sie über den Winter kommen“. Michael Chalupka war 24 Jahre lang Direktor des evangelischen Hilfswerks Diakonie. Der 59-Jährige ist seit 1. September 2019 Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Er wurde im vergangenen Mai von den Delegierten der Synode in dieses Amt gewählt. Im Interview mit der „Orientierung“ spricht Chalupka auch über den bevorstehenden Reformationstag, den 31. Oktober, an dem evangelische Christinnen und Christen an die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers gegen den Ablasshandel erinnern. Das heurige Jahr 2019 steht allerdings auch im Zeichen des besonderen Gedenkens an einen weiteren Reformator: Ulrich Zwingli. Auch die reformatorische Tradition, die Zwingli entscheidend mitgeprägt hat, kennt Chalupka gut: Er hat u. a. auch in Zürich studiert. Bericht: Sandra Szabo.

Von letzten Wegen ... – Leben im CS Hospiz Rennweg
„Ich möchte nicht zu Hause sterben“, sagt die 80-jährige Anna Hrudnyk. Die Wienerin hat Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Die Krankheit hat sie dazu gezwungen, ihren „letzten Abschied“ vorzubereiten. Dazu gehört auch, dass sich die alleinlebende Frau von einem mobilen Hospiz-Team betreuen lässt. Anna Hrudnyk ist es wichtig, zu Hause sein zu dürfen. Doch sterben möchte sie im Hospiz Rennweg der Caritas Socialis (CS): „Ich möchte nicht, dass meine Kinder zusehen, wie man mich in einem Sarg aus der Wohnung hinausträgt.“ Vor hundert Jahren wurde die katholische Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis gegründet. Seit ziemlich genau drei Jahrzehnten sind Ärztinnen und Ärzte, Schwestern sowie Physiotherapeutinnen und -therapeuten auf der Palliativstation im CS Hospiz Rennweg vor allem darum bemüht, den Sterbenden einen schmerzfreien Alltag zu ermöglichen. Bericht: Zoran Dobrić.

„kreuz und quer“ zeigt am Dienstag, dem 29. Oktober, um 22.35 Uhr in ORF 2 die Dokumentation „Abschied“, in der Zoran Dobrić Menschen begleitet, die wissen, dass sie bald sterben müssen: Krebspatientinnen und -patienten, die noch auf ein „Wunder“ hoffen, aber auch jene, die bereit sind „zu gehen“, reden offen über ihre Lebenserfahrungen und Erwartungen.