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Thread: ORF-Stiftungsrat sieht "mangelnde Umsetzung"

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    ORF-Stiftungsrat sieht "mangelnde Umsetzung"

    In seiner letzten Sitzung 2019 beschloss das oberste Aufsichtsgremium des ORF das Budget 2020. Über die mittelfristige Finanzvorschau bis 2024 war man sich nicht wirklich einig. Ebenfalls ein Streitpunkt: der Status der Digitalisierung im ORF und dort der für 2020 geplante ORF-Player.

    Vorweihnachtlicher Friede herrschte nicht unbedingt bei der finalen Sitzung des ORF-Stiftungsrates diesen Donnerstag im sechsten Stock des ORF-Zentrums am Küniglberg. Dazu gingen die Ansichten zwischen ORF-Geschäftsführung und Teilen des Stiftungsrates zu sehr auseinander. Konfliktpunkt war die mittelfristige Finanzvorschau bis ins Jahr 2024, für die Thomas Zach, seines Zeichens Chef des "ÖVP-Freundeskreises" im Stiftungsrat, wenige Tage zuvor, im Finanzausschuss, noch Überarbeitungen eingefordert hatte.

    Konkrete Zahlen gefordert

    Die mittelfristige Finanzvorschau müsse noch überarbeitet werden "in Hinblick auf Effizienzsteigerungen", meinte Zach auch heute. Die Konzentration aller Unternehmensteile am Medienstandort Küniglberg sei ein Anlass, "noch einmal Abläufe zu durchleuchten". Zach erwartet sich einen Bericht darüber in der nächsten Stiftungsratsitzung im März, dann mit "Zahlen unterlegt".

    ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hingegen sah die mittelfristige Finanzvorschau schon fertig in Zahlen gegossen. Bis 2024 wolle man schließlich weitere 112 Millionen Euro einsparen. Vor Journalisten hinterfragte Wrabetz, ob der Punkt jedes Mal auf der Tagesodnung stehen müsse. Zach wiederum kommentierte nach der Sitzung, man habe "ein bisschen gerittert".

    977 Millionen Umsatz geplant

    Beim aktuellen Budget fürs Jahr 2020 war man sich dagegen zu 100 Prozent einig. Dieses wurde vom Stiftungsrat einstimmig genehmigt. Der ORF plant demnach wieder mit einem operativ ausgeglichenen Ergebnis, das 0,2 Mio. Euro betragen soll. Insgesamt rechnet der ORF mit Umsatzerlösen von 977,6 Mio. Euro und liegt damit unter dem Budget für 2019 (991,1 Mio. Euro). Die Werbeeinnahmen werden mit 210,8 Mio. Euro deutlich unter Plan für heuer (226,7 Mio. Euro) budgetiert. Mehr Geld gibt es dafür aus den Gebühren, die Erlöse aus dem Programmentgelt sollen auf 647,2 Mio. Euro steigen, das sind um 8,6 Mio. Euro mehr als für 2019 geplant.
    Wrabetz ging am Rande der Sitzung auch auf Pläne ein, die Hauptnachrichtensendung "ZiB 1" wieder auf beiden TV-Kanälen durchzuschalten. "Derzeit ist die ZiB 1 nur mehr 18 Minuten lang, längere Elemente wie Interviews gehen sich schwer aus." Die Verlagerung des Sports nach ORF 1 sei eine Überlegung. Insgesamt wolle man die "ZiB 1" neu denken, auch weil die Vorabend-Reform in ORF 1 "nicht geglückt ist". Bis Jänner sei hier mit Ergebnissen zu rechnen.

    "Die Kritik bleibt"

    Letztes Thema im Stiftunsrat war ein Fahrplan für die Digitalisierung und dort der ORF-Player. Wrabetz kündigte für 2020 die Umsetzung erster Module wie den "Social Program Guide" an, zudem ein Soundmodul und das 24/7-Streaming aller ORF-Programme. Starttermin: im September. Ein eigener Sportscreen soll bereits zu den Olympischen Spielen in Tokio im Sommer online gehen. Einen "Big Bang" werde es beim Player jedenfalls nicht geben, die einzelnen Module - insgesamt zehn - würden nach und nach starten.

    Stiftungsrat Thomas Zach geht aber auch das zu langsam. Er sagte: "Die Kritik bleibt. Ich sehe eine mangelnde Umsetzug, das Projekt muss mit noch größerer Dynamik vorangetrieben werden, es darf keine weitere Zeit verschwendet werden. Bei dem Thema ist das Tempo besonders wichtig." Wrabetz sieht den Ball freilich bei der Politik: "Jetzt ist die nächste Regierung am Zug", diese müsse ein ordentliches Digitalisierungspaket schnüren.

    Den neuen Geschäftsführer für den ORF-Player will Wrabetz bis zum nächste Stiftungsrat im März bestellen. 20 spannende Bewerbungen habe es gegeben. Als aussichtsreicher Kandidat dafür gilt der derzeitige ORF-Chefproducer Roland Weißmann.

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    Stiftungsrat genehmigte ORF-Finanz- und -Stellenplan 2020

    In der Plenarsitzung des ORF-Stiftungsrats unter dem Vorsitz von Dr. Norbert Steger genehmigte das Gremium am Donnerstag, dem 12. Dezember 2019, den ORF-Finanz- und -Stellenplan 2020, nahm den Gebarungsprüfungsbericht der Prüfungskommission zur Kenntnis und erteilte dem Generaldirektor die Entlastung für das Geschäftsjahr 2018. Die ORF-Jahressendeschemata für Fernsehen, Hörfunk, die Spartenkanäle ORF III Kultur und Information sowie ORF SPORT + und das Jahresangebotsschema Online 2020 sowie die Anteile in den Volksgruppensprachen wurden einstimmig genehmigt.

    ORF wird 2020 ausgeglichen bilanzieren
    ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Der ORF und der ORF-Konzern werden auch 2020 trotz der schwierigen Lage auf dem Werbemarkt ausgeglichen bilanzieren. Die Fortführung des konsequenten Einsparungs- und Restrukturierungskurses schafft den nötigen Spielraum für Investitionen ins Programm und Innovationen – wie zum Beispiel die großen Sportereignisse EURO 2020 und Olympische Sommerspiele, zusätzliche Programme aus den Landesstudios, die vereinbarten Investitionen in die heimische Filmwirtschaft und die Entwicklung des ORF PLAYERS. So ist es auch 2020 möglich, die Markt-und Qualitätsführerschaft des ORF in den Programmgenres Information, Kultur, Religion und Wissenschaft, Sport sowie Unterhaltung und Service abzusichern.“

    Der ORF wird 2020 plangemäß ein operativ ausgeglichenes Ergebnis von 0,2 Mio. Euro erreichen, inklusive der geplanten Sonderausschüttungen aus Tochtergesellschaften und der Verwertung des Wohnhauses in der Argentinierstraße beträgt das Ergebnis vor Steuern 15,8 Mio. Euro. Dadurch wird das Eigenkapital der Muttergesellschaft gestärkt und wird 2020 mit einer Quote von 17,2 Prozent geplant.

    Die Umsatzerlöse des ORF werden 2020 mit 977,6 Millionen Euro geplant (Plan 2019: 991,1 Mio. Euro). Die Erlöse aus dem Programmentgelt sind 2020 mit 647,2 Mio. Euro geplant (Plan 2019: 638,6 Mio. Euro), die Werbeerlöse mit 210,8 Mio. Euro (Plan 2019: 226,7 Mio. Euro), die sonstigen Umsatzerlöse mit 119,6 Mio. Euro (Plan 2019: 125,7 Mio. Euro).

    Infolge des laufenden Einsparungsprogramms wird der ORF auch im kommenden Jahr den Personalstand weiter reduzieren, auf 3.195 VZÄ. Damit hat der ORF seit 2007 rd. 828 VZÄ oder 20,6 Prozent der Belegschaft abgebaut.

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