Der Rundfunkrat des WDR hat gestern den Haushalt des Senders für das kommende Jahr genehmigt, wie der Westdeutsche Rundfunk mitteilte. Der WDR plane demnach mit Erträgen von rund 1,42 Mrd. Euro und Aufwendungen von 1,59 Mrd. Euro. Nach Bereinigungen bliebe in der Kasse ein Fehlbetrag von 135 Mio. Euro, der durch noch vorhandene Rücklagen ausgeglichen werden könne, hieß es weiter.
Der Vorsitzende Andreas Meyer-Lauber warnte, dass die Angebote des größten ARD-Senders mittelfristig nicht mehr ausreichend finanziert sein könnten. „Folgt die Politik dem Vorschlag der KEF, den Rundfunkbeitrag ab 2021 bei 18,36 Euro festzusetzen, würde dies für die ARD nicht einmal den Inflationsanstieg ausgleichen. Damit sind die qualitativ hochwertigen Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Fernsehen, Hörfunk und Internet gefährdet.“ Meyer-Lauber weiter: „Gerade heute ist es besonders wichtig, solche Medienanbieter zu unterstützen, die unseren demokratischen Werten, einer unabhängigen Berichterstattung und der Vielfalt der Meinungen im Programm verpflichtet sind.“
In den Finanzplänen des WDR bis 2023, die der Rundfunkrat gestern ebenfalls genehmigt hat, ist der jüngst kommunizierte Kostenanstieg für die Sanierung des Kölner Filmhauses noch nicht eingerechnet. Unter anderem die hohe Auslastung der Baubranche führe laut WDR zu Zeitverzögerung und höheren Preisen. Im Vorjahresvergleich verlängere sich die Projektlaufzeit um ein Jahr bis 2024, die vom WDR prognostizierten Gesamtkosten sind um knapp 79 Mio. Euro auf 240 Mio. Euro gestiegen.
Meyer-Lauber: „Der Verwaltungsrat hat mögliche Alternativen intensiv geprüft, und auch der Rundfunkrat hat sich mit dem Kostenanstieg ausführlich befasst. Ergebnis ist, dass wir die Sanierung wie auch die Standortentscheidung für die Kölner Innenstadt weiterhin unterstützen.“ Einem entsprechenden Nachtragshaushalt für 2019 haben die Gremien des WDR deshalb zugestimmt.




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