In sterreich war und ist ihr Gesicht stndig prsent jahrelang zierte ein Portrt Bertha von Suttners den Tausend-Schilling-Schein und auch auf den in sterreich geprgten Zwei-Euro-Mnzen befindet sich ein Bild von ihr. Aber die wenigsten wissen, wie spannend und abwechslungsreich das Leben jener Frau verlief, die 1905 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Anlsslich des Weltfrauentags am 8. Mrz (Details zum ORF-Programmschwerpunkt unter presse.ORF.at) begibt sich Universum History in Edith Stohls Dokumentation Bertha von Suttner, Friedensnobelpreistrgerin aus sterreich am Freitag, dem 28. Februar 2020, um 22.35 Uhr auf Spurensuche auch in Georgien, wo Bertha von Suttner Jahre im selbst gewhlten Exil verbrachte. Als zwar adelige, aber fast mittellose Frau mit einem um sieben Jahre jngeren Mann fand sie nach einer heimlichen Liebeshochzeit in der Kaukasusrepublik Unterschlupf bei einer befreundeten Frstin.

Der Erfolg und Weltruhm waren Bertha von Suttner nicht in die Wiege gelegt. Ihre Lebensgeschichte liest sich wie ein Roman: Adeliger Vater heiratet Brgerliche und stirbt vor Geburt der Tochter, die Mutter verspielt das Erbe in den Casinos Europas. Nach unglcklichen Verlobungen ist Bertha mit 30 Jahren noch immer unverheiratet und muss als Gouvernante arbeiten, sie verliebt sich in den jngeren Sohn des Hauses Suttner und wird entlassen. Auf eine Annonce hin nimmt sie eine Stelle als Privatsekretrin bei einem reichen Industriellen in Paris an es handelt sich um den berhmten Alfred Nobel, den schwerreichen, aber menschenscheuen Erfinder des Dynamits. Doch die Liebe zu Arthur Suttner ist strker, nach einer heimlichen Heirat in Wien bricht das junge Paar alle Verbindungen ab und reist nach Georgien. Aus Geldnot beginnt Bertha von Suttner dort zu schreiben und wird Schriftstellerin.

In ihren Memoiren beschreibt Bertha von Suttner selbst, dass sie als junges Mdchen eigentlich vllig naiv war, nichts von den politischen Bewegungen und Kriegen ihrer Zeit mitbekommen hatte, so Edith Stohl. Im Kaukasus hat sie ums berleben gekmpft, u. a. indem sie sogenannte Frauenromane schrieb, die in der Heimat gerne gelesen wurden. Aber sie hat sich auch intensiv mit den geistigen Strmungen der Zeit auseinandergesetzt, etwas, das von einer Frau ihrer Zeit nicht erwartet wurde. Als durchaus schon anerkannte Schriftstellerin kehrt Bertha von Suttner mit ihrem Mann nach fast zehn Jahren aus dem Kaukasus nach Europa zurck. Zu etwas Geld gekommen, beginnt das Ehepaar, Europa zu bereisen. Zuerst ein Winter in Venedig, dann ein Aufenthalt in Paris. Dort trifft sie Alfred Nobel wieder und dort hrt sie auch zum ersten Mal von einer Friedensbewegung in London. Als glhende Anhngerin von Charles Darwin, dem Begrnder der Evolutionstheorie, ist sie berzeugt, dass letztendlich die menschliche Gesellschaft auch den Krieg berwinden werde. 1889 erscheint ihr Roman Die Waffen nieder, der den Nerv der Zeit trifft. Das Buch wird sofort in zwlf Sprachen bersetzt, Bertha von Suttner wird weltberhmt.

Entgegen landlufiger Meinung hat Bertha von Suttner die Schrecken des Krieges nie selbst erlebt. Fr ihr Buch hat sie recherchiert, Material gesammelt und dieses zu einem literarischen Werk verarbeitet. Aber sie empfand groe Anteilnahme an den Schicksalen und am Leiden anderer und das konnte sie ihren Leserinnen und Lesern sehr realistisch vermitteln. Als Botschafterin des Friedens ist Bertha von Suttner in den nchsten Jahrzehnten weltweit unterwegs: Sie wird eine Person des ffentlichen Lebens bewundert und verehrt von den Friedens-Befrwortern von den Gegnern angefeindet und als Friedens-Bertha verspottet. Eine Woche vor den Schssen in Sarajevo stirbt sie in Wien den Ausbruch des Ersten Weltkriegs erlebt sie nicht mehr mit.