Christian Zeyer – ein Mann im Dilemma. Der Chef des Wirtschaftverbands Swisscleantech steht zwischen profitorientierten Managerinnen und Klimaaktivisten, die den Kapitalismus abschaffen wollen. Seine Aufgabe: sich dafür einsetzen, dass die Schweiz ab 2050 ohne Öl, Gas oder Kohle auskommt. Eine Reportage von Karin Bauer.

Der promovierte Chemieingenieur ist eine interessante Persönlichkeit: einerseits faktenorientierter Wissenschaftler, andererseits emotionaler Familienvater. Der Name Greta Thunberg treibt ihm Tränen in die Augen. Er denke an seine Kinder und daran, dass seine Generation viel zu wenig für den Klimaschutz getan habe. Im Gespräch mit Tochter Flavia und Sohn Silvan, beide Studierende Anfang 20, spricht er über Schuldgefühle, während seine Kinder der Zukunft trotz Klimarisiken positiv entgegensehen.

Reporterin Karin Bauer begleitet den 58-Jährigen bei der Lobbyarbeit im Parlament und in Kontakt mit Firmen. Oft trifft er auf Widerstand: Politikerinnen und Politiker haben keine Zeit, Modehäuser sind gegen eine CO2-Abgabe und Reiseveranstalter sagen, sie hätten noch andere Aufgaben, als CO2 zu vermeiden. Der grüne Tsunami bei den letzten Parlamentswahlen war das eine. Der Realitätscheck aber zeigt: In Wirtschaft und Gesellschaft hat noch kein breites Umdenken stattgefunden. Ein Porträt eines Idealisten, der niemals aufgibt.

Ausstrahlung: Sonntag, 15. März 2020, 22.25 Uhr, SRF 1