Die Marktanteilsbilanz für März 2020 sieht starke Gewinne für ORF 2, aber auch die privaten Sender, vor allem jene mit Info-Programmen, legen zu. Überblick über einen Ausnahmemonat in der (Quoten-)Geschichte.

Der ORF, soviel vorweg, "profitiert" sicher am meisten von der Krisensituation und der gesteigerten TV-Nutzung. "ZiB"-Sendungen mit über zwei Millionen Seher sprechen eine eindeutige Sprache. In die Marktanteilsbilanz für März übersetzt sich das mit 26,2 Prozent Quote, vor einem Jahr waren es noch 19,7 Prozent, ein Plus von 6,5 Prozentpunkten. Unter diesem klaren Fokus auf ORF 2 "leidet" auch ORF1. Hier stehen 7,1 statt 10,7 Prozent zu Buche. In der Zielgruppe der bis 49-Jährigen verzeichnet der jüngere der ORF-Kanäle 9,4 Prozent gegenüber 12,0 vor einem Jahr. Die gesamte ORF-Gruppe bilanziert mit 36,2 Prozent um drei Punkte besser als noch im März 2019.

Newssender boomen
Die vom privaten Mitbewerb betriebenen Newssender explodieren geradezu in der Nutzung (allerdings auf niedrigem Niveau). oe24.TV etwa aus dem Hause Fellner kommt im März auf 0,9 Prozent Quote (0,2 im März 2019). Bei den jungen Sehern bis 49 Jahre erzielt man sogar 1,3 Prozent, ein Plus von einem ganzen Prozentpunkt. Der neue Nachrichtensender Puls24 erzielt wiederum eigene Rekordwerte von 1,0 Prozent bei Erwachsenen 12 bis 49 Jahre und 0,7 Prozent am Gesamtmarkt. In der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe spricht man deshalb weiter mit Nachdruck vom "erfolgreichsten Senderstart Österreichs". Das "Mutterschiff" Puls 4 kommt im März übrigens auf 5,1 Prozent in der Zielgruppe, ein Plus von 0,5 Punkten.

Beim Salzburger Servus TV wiederum beträgt die Steigerung gegenüber März 2019 0,7 Punkte (bei aktuell 3,3 Prozent Marktanteil), was ebenfalls auf die mit regelmäßig über 200.000 Sehern sehr stark genutzten Newssendungen zurückzuführen ist. Last, not least die von der IP Österreich vermarkteten Sender der RTL-Gruppe: Hier freut man sich über "RTL mit hervorragenden 6,7 Prozent Marktanteil in der jungen Zielgruppe der 12- bis 29- Jährigen, was einen Zuwachs von 0,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr darstellt." Zudem sei die Durchschnittsreichweite des Senders um hervorragende 33 % in der Zielgruppe 12+ und um 28,7 % in der werberelevanten Zielgruppe der 12- bis 49- Jährigen gestiegen.