Die Corona-Pandemie und die fortschreitenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens führen zu einem steigenden TV-Konsum. Die Nutzer bei Zattoo streamen immer mehr Stunden täglich. Gerade Nachrichten und Informationssendungen werden derzeit häufiger geschaut als üblich. Dabei sind die regionalen öffentlich-rechtlichen Sender eine wichtige Informationsquelle. Mehr als sonst wird vor allem auf dem großen Bildschirm Zuhause gestreamt. Das ergibt eine Analyse der Nutzerdaten des TV-Streaming-Anbieters Zattoo.
Das Coronavirus SARS-CoV-2 hält die Menschen weltweit fest im Griff. Die Angst vor einer Ansteckung, soziale Distanzierung, aber vor allem Quarantänen und Ausgangssperren – fast alle Menschen verbringen derzeit ihre gesamte Zeit Zuhause und wollen sich über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.
Eine Analyse der Nutzerdaten bei Zattoo für Januar und März diesen Jahres hat ergeben, dass die Deutschen derzeit mehr Zeit mit Fernsehen verbringen. Die Anzahl der monatlich über Zattoo gestreamten Stunden lag im März um 13 Prozent höher als im Vergleichsmonat Januar. Besonders ausgeprägt ist das Wachstum auf dem großen Bildschirm Zuhause, wodurch der Anteil der auf Connected-TVs gestreamten Stunden weiter steigt. Wurden im Januar noch 61 Prozent aller Stunden auf Smart-TVs und Streaming-Devices wie Amazon Fire TV geschaut, sind es im März schon 64 Prozent. Absolut gesehen wurde auch auf mobilen Endgeräte und im Web mehr Zattoo genutzt, auch wenn der Anteil dieser Geräte-Gattungen an den insgesamt gestreamten Stunden gesunken ist.
Auf Ebene der einzelnen Nutzer zeigt sich, dass sowohl die durchschnittliche Häufigkeit der Nutzung als auch die durchschnittliche monatliche Nutzungsdauer zugenommen haben. Relativ gesehen stieg insbesondere die Nutzungsdauer der Nutzer des werbefinanzierten Zattoo FREE Services. Hier stieg die durchschnittliche monatliche Nutzungsdauer um 23 Prozent von rund 10 Stunden auf 12 Stunden pro Nutzer. Bei den Zattoo Premium- und Ultimate-Abonnenten stieg die monatliche Nutzungsdauer durchschnittlich um 10 Stunden. Dies entspricht einer Zunahme um 13 Prozent.
Neben der Nutzungsdauer hat sich auch das Fernsehverhalten, im Sinne von geschauten Inhalten, verändert. Das Bedürfnis nach aktuellen Informationen und die Absage nahezu aller Sportveranstaltungen führen zu einigen Verschiebungen in Bezug auf bestimmte Genres im TV-Streaming. Im März wurden 43 Prozent weniger Stunden Sportsendungen gestreamt, als noch im Januar. Auch wenn Serien mit einem Anteil von 25 Prozent aller Genres immer noch am beliebtesten bei den Deutschen sind, rücken Informationssendungen weiter auf. Die Anzahl der dort gestreamten Stunden hat um fast die Hälfte zugenommen, wodurch Informationssendungen im März einen Anteil von 23 Prozent aller Genres einnehmen. Im Januar lag dieser Wert noch bei 17 Prozent. Hier lässt sich beobachten, dass die Anzahl der Zattoo-Nutzer, welche Informationssendungen schauen, nur leicht gestiegen ist, aber sich vor allem die Dauer der gestreamten Zeit deutlich erhöht hat. Damit überholen Informationssendungen im März auch das Genre Entertainment, welches im Januar noch an zweiter Stelle stand.
Dieser Anstieg macht sich auch am Beispiel der Tagesschau bemerkbar. Im Vergleich zu Januar schalten im März 50 Prozent mehr Nutzer auf die täglichen Nachrichten bei der ARD. Die Anzahl der Stunden, die die Tagesschau von den Nutzern gestreamt wird hat sich um 69 Prozent erhöht. Die Tagesschau, bei der die meisten Zattoo-Nutzer eingeschaltet haben, war die Tagesschau am Sonntag, den 22. März 2020, bei der es vor allem um die Einigung von Bund und Ländern zu den weitreichendem Maßnahmen bezüglich des Coronavirus ging.
Wie wichtig Informationen rund um die aktuelle Nachrichtenlage zum Coronavirus sind, zeigt sich auch an den Nachrichtensendungen der regionalen Öffentlich-Rechtlichen. Neben ARD und ZDF gewinnen regionale Sender mehr und mehr an Bedeutung. So weist beispielsweise die Berliner Abendschau vom rbb im Vergleich zum Januar ein Zuschauer-Wachstum von 48 Prozent vor. Auch die Nachrichtensendung mdr Aktuell (Sachsen) um 19:30 Uhr wurde von rund 42 Prozent mehr Nutzern gesehen, als noch zu Beginn des Jahres. Die Aktuelle Stunde beim WDR (Köln) um 18:45 Uhr legt um 34 Prozent zu und die Rundschau vom br um 18:30 Uhr über 27 Prozent. Ein noch größerer Anstieg ist auch hier wieder bei den gestreamten Stunden zu beobachten. So wurde die Aktuelle Stunde beim WDR 55 Prozent länger gesehen als noch im Januar. Bei mdr Aktuell und der Abendschau vom rbb sind es über 60 Prozent und bei der Rundschau vom br 45 Prozent.
“Der Bedarf an Information hat deutlich zugenommen. Davon profitiert nicht nur die Tagesschau bei der ARD, sondern auch die regionalen Sender, die die Menschen in den jeweiligen Bundesländern über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten”, so Jörg Meyer Chief Officer Content und Consumer bei Zattoo. “Die aufgrund der aktuellen Lage fast schon naheliegende Vermutung, dass sich der TV-Konsum insgesamt und insbesondere der Konsum von Nachrichtensendungen deutlich erhöhen, wird durch die Zattoo-Nutzungszahlen eindeutig bestätigt.”




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