Nachdem die weltweite COVID-19-Pandemie und die dadurch bedingten Beschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens die Geschäftsentwicklung der ProSiebenSat.1 Group wie erwartet im zweiten Quartal 2020 erheblich beeinflusst haben, sieht der Konzern erste Anzeichen für eine Erholung des Werbegeschäfts seit Juli, gestützt durch die konjunkturelle Aufhellung in den Kernmärkten der Gruppe Deutschland, Österreich und Schweiz. Im zweiten Quartal verzeichnete der Konzern einen Umsatzrückgang von 25 Prozent auf 709 Mio Euro (Vorjahr: 947 Mio Euro), organisch sank der Umsatz um 26 Prozent. Hierbei wirkten sich wie angekündigt insbesondere die deutlichen COVID-19-bedingten Rückgänge im Werbe- und Programmproduktionsgeschäft aus, wohingegen der Umsatz der NuCom Group weiterhin zulegen konnte und die Bedeutung einer diversifizierten Aufstellung für die Gruppe unterstreicht. Die Entwicklung im zweiten Quartal beeinflusste entsprechend die Halbjahresperiode: Insgesamt schloss ProSiebenSat.1 die ersten sechs Monate 2020 mit einem Umsatz von 1.634 Mio Euro (Vorjahr: 1.860 Mio Euro) ab und lag damit 12 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Rainer Beaujean, Vorstandssprecher & Finanzvorstand der ProSiebenSat.1 Media SE: "In unseren Kernmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz beginnen sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufzuhellen und so sehen wir seit Juli auch im Werbemarkt erste positive Tendenzen. Wir erwarten im Juli bei den Werbeerlösen ein Minus von etwas weniger als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit einen klar niedrigeren Rückgang als im abgelaufenen Quartal. Auch im August zeichnet sich aktuell mit einem Minus von rund 10 Prozent eine weitere Verbesserung ab. Weiterhin fokussieren wir uns auf unser konsequentes Kosten- und Cash-Management und blicken optimistischer auf den Herbst: Auch wenn es nicht möglich sein wird, die bis dahin entstandenen COVID-19-bedingten Rückgänge aufzuholen, werden die Monate September bis Dezember entscheidend für die Geschäftsentwicklung des Konzerns im Gesamtjahr sein. In diesen Monaten hat ProSiebenSat.1 in der Vergangenheit etwa 50 Prozent des adjusted EBITDAs erwirtschaftet."

Vor dem Hintergrund der weltweiten COVID-19 Pandemie und den damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten, auch hinsichtlich des Ausmaßes der negativen Geschäftsauswirkungen, hat die ProSiebenSat.1 Group ihren Anfang März 2020 veröffentlichten Finanzausblick für das Geschäftsjahr 2020 am 22. April 2020 zurückgenommen. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass sämtliche in diesem Finanzausblick genannten Zielgrößen für den Konzernumsatz, das adjusted EBITDA, das adjusted net income, den Free Cashflow vor M&A und den Verschuldungsgrad des Konzerns aufgrund der COVID-19-bedingten Auswirkungen auf das Geschäft der ProSiebenSat.1 Group nicht zu erreichen sein werden. Diese Erwartungen haben sich im zweiten Quartal 2020 für sämtliche steuerungsrelevanten Zielgrößen bestätigt.

In diesem Umfeld konzentriert sich der Konzern weiter verstärkt darauf, Kosten, Cashflow und Profitabilität der Gruppe aktiv zu steuern und hat in allen Geschäftsbereichen verschiedene Maßnahmen ergriffen, um negative Auswirkungen auf die Profitabilität der Gruppe abzuschwächen und die Liquidität zu sichern. Auch wenn die Unsicherheiten über die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Krise weiterhin hoch sind und keine verlässlichen Prognosen zulassen, hellen sich erste wirtschaftliche Indikatoren nach den Lockerungen der öffentlichen Beschränkungen in Deutschland auf und die Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung nehmen zu. ProSiebenSat.1 konzentriert sich darauf, in allen Geschäftsbereichen von dieser Erholung zu profitieren, die sich - so sie denn nachhaltig sein sollte - auch positiv auf die Werbeerlöse der Gruppe in der zweiten Jahreshälfte auswirken dürfte. Angesichts der fortbestehenden erheblichen Unsicherheit über Ausmaß und Dauer der wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, der damit verbundenen geringen Visibilität sowie der Abhängigkeit der Gesamtjahresentwicklung des Konzerns vom traditionell bedeutsamen vierten Quartal, ist es dem Vorstand weiterhin nicht möglich, einen verlässlichen Ausblick für das Gesamtjahr 2020 zu geben. In einem von Einflüssen wie COVID-19 unbeeinflussten Geschäftsjahr mit normalem Umsatzverlauf erwirtschaftet der Konzern insbesondere in den Monaten September bis Dezember etwa 50 Prozent des adjusted EBITDA des Gesamtjahres. Dies unterstreicht die Bedeutsamkeit des Geschäfts am Jahresende für ProSiebenSat.1.

Unabhängig hiervon legt ProSiebenSat.1 den Fokus weiter auf seine strategischen Kernprojekte mit dem Ziel, der führende Entertainment- und Infotainment-Player in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sein. Dabei spielen lokale und digitale Angebote - auch in enger Zusammenarbeit mit Red Arrow Studios und Studio71 - eine wichtige Rolle, um Reichweite und damit Monetarisierung zu stärken sowie die Abhängigkeit von TV-Werbeeinnahmen zu reduzieren und langfristig Wert für seine Stakeholder zu schaffen. Gleichzeitig bleibt die NuCom Group eine synergetisch wichtige Säule des Konzerns und stärkt die Diversifizierung der Gruppe