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Thread: SWR-Intendant Gniffke will SWR und SR weitgehend vereinen

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    SWR-Intendant Gniffke will SWR und SR weitgehend vereinen

    In der Debatte über Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sieht SWR-Intendant Kai Gniffke Reformpotential im Südwesten. Er regt an - ohne Marken oder Programmautonomie aufzugeben - den Saarländischen Rundfunk umfassend mit dem SWR zu vereinen. "Ich sehe zwei Sender, die füreinander bestimmt sind", sagt Gniffke im Interview mit dem Medienmagazin DWDL.de.

    Gniffke will mit seiner Strukturüberlegung schneller sein als die Medienpolitik und "knapp unterhalb der staatsvertraglichen Regelung" einen pragmatischen Ansatz für Reformen finden. Eine tatsächliche Fusion bedürfe einer medienpolitischen Entscheidung, die sich Jahre ziehen könnte. "Wir müssen aber nun schneller und vor allem pragmatisch agieren, zumal eine Fusion nichts ist, was wir selbst beschließen können."

    Pünktlich vor der im Februar anstehenden Wahl eines Nachfolgers für den aktuellen SR-Intendant Thomas Kleist, der im April diesen Jahres auf eigenen Wunsch vorzeitig ausscheidet, streckt der Nachbarsender SWR also die Hand aus. "Ich möchte die Kolleginnen und Kollegen des SR einladen, um zusammen darüber nach zu denken, ob wir gemeinsame Direktionen schaffen wollen. Das könnte sich z. B. auf die Produktion, das Justiziariat und auf die Verwaltung beziehen", skizziert der SWR-Intendant.

    Es geht ihm um mehr als eine einfache Kooperation. Kai Gniffke im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de: "Erhebliche Potentiale lägen in der gemeinsamen Werbevermarktung, aber es geht weiter: Rechnungswesen, Gebäudemanagement, Buchhaltung, Honorare und Lizenzen sind denkbare Felder. Bis hin zur Überlegung, ob man einzelne Sendungen des SR auch in Studio-Kapazitäten des SWR produzieren könnte. Da geht es um eine klügere Auslastung vorhandener Ressourcen. Es sind ganz viele Punkte, bei denen es aus unserer Sicht lohnenswert wäre, das Gespräch zu suchen."

    Getrieben ist der SWR-Intendant von der Sorge, dass die aktuelle Debatte um die Zukunft des Öffentlich-Rechtlichen einmal mehr ausgesessen werde. "Wenn wir alle nach der Prämisse agieren 'Wie mache ich mir das Leben am leichtesten', dann werden wir eine Auftrags- und Strukturdebatte erleben, die uns um die Ohren fliegt", mahnt der SWR-Intendant im DWDL.de-Interview. "Wenn unsere Strategie weiterhin darin besteht, nur zu wiederholen und betonen wie angemessen und wichtig der Rundfunkbeitrag ist, gewinnen wir niemanden." Kluge Reformen könne und müsse man selbst umsetzen statt getrieben zu werden: "Ich bin überzeugt, dass es Zeit wird, Dinge zu denken, die bislang unvorstellbar gewesen wären."

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    Saarländischer Rundfunk hält Eigenständigkeit für unverzichtbar

    Anlässlich der Überlegungen des Intendanten des SWR, Dr. Kai Gniffke, zu senderübergreifenden Strukturen zwischen SWR und SR, hält der Verwaltungsrat des Saarländischen Rundfunks folgendes fest:

    Der Verwaltungsrat unterstützt den Intendanten des Saarländischen Rundfunks, Professor Thomas Kleist, vollumfänglich darin, die Eigenständigkeit des Saarländischen Rundfunks zu bewahren und lehnt gleichermaßen die Vorschläge zu senderübergreifenden Strukturen ab, die die Autonomie des Saarländischen Rundfunks untergraben würden. Der Verwaltungsrat befürwortet selbstverständlich die Bereitschaft des Intendanten zu weiteren Kooperationen, die sinnvolle Synergien schaffen.

    Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Michael Burkert, führt dazu aus: „Der Saarländische Rundfunk hat für das Saarland eine identitätsstiftende Bedeutung. Aufgrund der besonderen Historie des Saarlandes hält der Verwaltungsrat den Saarländischen Rundfunk als eigenständige und unabhängige Landesrundfunkanstalt für unverzichtbar. Der föderale Charakter, als Markenkern der ARD, darf nicht zur Disposition gestellt werden. Der Saarländische Rundfunk leistet mit seinem unverwechselbaren Profil, insbesondere auch mit Blick auf die grenzüberschreitende Berichterstattung in der Großregion, einen unverzichtbaren Beitrag gerade auch innerhalb der ARD.“

    Der Verwaltungsrat bekräftigt, auch den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Professor Thomas Kleist vollumfänglich bei der Wahrung des Saarländischen Rundfunks als souveräne Landesrundfunkanstalt zu unterstützen.

    Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Michael Burkert, betont: „Auch wenn die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vielen Sparzwängen unterliegen, so dürfen Sparmaßnahmen nicht den Bestand einer Landesrundfunkanstalt in Frage stellen.“

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