Experten erwarten, dass die großen Streaminganbieter ihre Abo-Modelle früher oder später um werbefinanzierte Angebote ergänzen. Disney hat vergangene Woche eine entsprechende Option für Disney+ angekündigt. Netflix hat einer werbefinanzierten Version nun allerdings eine Absage erteilt. Für die Zukunft gänzlich ausschließen will man ein werbefinanziertes Angebot aber nicht. Das berichtet Reuters.

Netflix' Finanzchef Spencer Neumann habe bei einer Konferenz der Investment-Bank Morgan Stanley gesagt, dass man aktuell keine Pläne für ein werbefinanziertes Angebot habe. Das aktuelle Modell eines global skalierbaren Abo-Geschäfts funktioniere sehr gut. Bis in alle Ewigkeiten wolle er ein werbefinanziertes Angebot aber nicht ausschließen: "Never say never". Gegenwärtig ergebe ein solches Modell aber keinen Sinn für Netflix.

Einige Analysten fordern von Netflix ein günstigeres Einstiegsangebot, das Werbung beinhaltet. Das Wachstum des Streamingriesen war nach starken Zuwachsraten während der Corona-Pandemie zuletzt ins Stocken geraten. Im Januar hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es für das laufende Quartal lediglich 2,5 Millionen neue Kunden erwarte. Damit blieb Netflix deutlich unter den Prognosen der Analysten.

Aktuell investiert Netflix zusätzlich zu seinem klassischen Geschäft auch in Mobile Games. 2022 sei für Netflix ein Lehrjahr, sagte Neumann bei der Konferenz. In den nächsten Monaten werde man damit noch kein Geld verdienen. Er hoffe aber, dass Mobile Games in zehn Jahren einen signifikanten Anteil am Geschäft von Netflix ausmachen werden.