Lothar Lockl ist der neue Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats. Der bisherige Leiter des "Grünen"-Freundeskreises im obersten ORF-Gremium erhielt in der am Donnerstag abgehaltenen konstituierenden Sitzung bei einer Enthaltung 34 der 35 möglichen Stimmen und löste damit Norbert Steger ab.
Lockl, dessen nunmehrige Position in einem türkis-grünen Sideletter zum Regierungsprogramm dem kleineren Regierungspartner zugesprochen worden war, wird die Funktion die kommenden vier Jahre ausüben. Seine Position ist machtvoll - und doch wieder nicht. Als Stiftungsratsvorsitzender entscheidet er bei Stimmengleichstand im 35-köpfigen Gremium, er schreibt die Position des ORF-Generaldirektors aus und verhandelt dessen Gehalt.
Der 53-jährige frühere Bundesparteisekretär der Grünen war Wahlkampfleiter von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und dessen späterer Berater. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Agentur "Lockl & Keck", die auch in die Öffentlichkeitsarbeit des Klimarats involviert ist und schon länger vom Umweltministerium Aufträge bezieht.
Die ehrenamtlichen und nominell weisungsfreien Stiftungsräte bestimmen u.a. den ORF-Generaldirektor mit einfacher Mehrheit und können diesen mit Zweidrittelmehrheit abbestellen. Die Gremienmitglieder beschließen zudem Erhöhungen der ORF-Gebühren und weitere wesentliche Unternehmensentscheidungen.




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