Der ORF ist und bleibt der Elefant am österreichischen Medienmarkt: Er ist größer als die zwei größten privaten Medienhäuser und weit größer als alle privaten Sender gemeinsam, berichtet der Standard nach einer Datenauswertung aller österreichischen Medienhäusern. Allerdings: Aus dem Elefanten könnte bald ein ausgewachsener Riesenwal werden. Denn die Entscheidung der Höchstrichter:innen über Streaming ohne GIS wird dem Konzern weitere Millionen einbringen.
Österreichs größte Medienhäuser sind ...
1. Platz ORF
Ganze 1052 Millionen Euro Umsatz wurden 2021 generiert – 644 Millionen alleine durch die GIS.
2. Red Bull Media House
Mit einem Respektabstand von ganzen 612 Millionen Euro folgt das Medienhaus von Dietrich Mateschitz. 440 Millionen konnten 2021 umgesetzt werden. Allerdings: Diese Zahlen beziehen sich auf die weltweiten Erträge des österreichischen Medienkonzerns. Aushängeschilder des Red Bull Media Houses sind etwa ServusTV oder Red Bulletin.
3. Mediaprint
Knapp aber doch, muss sich Mediaprint mit der Bronzemedaille zufrieden geben. 400,7 Millionen Euro konnten im vergangenen Geschäftsjahr an Umsatz lukriert werden. Zu dem Medienhaus gehören etwa die Krone und der Kurier. Diese beiden Zeitungen dominieren vor allem in Ostösterreich den Tageszeitungsmarkt.
4. Platz Styria Medieagroup
Mit einem Respektabstand von bereits 759 Millionen Euro auf den ORF kommt die Styria Mediagroup auf Platz Vier und verpasst damit das Podium. Die bekanntesten Vertreter des Medienhauses sind Die Presse und die Kleine Zeitung.
Sonderfall Standard
In der Auswertung scheint die Standard Gruppe eher unter "ferner liefen" auf. Mit 60,7 Millionen Euro Umsatz ist man den meisten anderen weit hintennach. Das hat einen Grund: Im Gegensatz zu den anderen Medienhäusern, die teilweise zahlreiche Zeitungen oder Sender betrieben, ist hier nur die Tageszeitung und die dazugehörige Internetpräsenz erfasst. Kundenmagazine werden über die Verlagstochter Velcom GmbH vertrieben.
Streaming nur mit GIS
Der Verfassungsgerichtshof hat die herausragende Position des ORF gerade mit einem Erkenntnis über die GIS gerade übrigens noch mehr abgesichert: Streamingnutzung ohne Programmentgelt ist verfassungswidrig. Der Gesetzgeber muss bis Ende 2023 eine Lösung finden, die nicht eine Nutzerinnengruppe ausnimmt.
GIS für Streaming bereitet Privaten Kopfzerbrechen
Die Dominanz des ORF bereitet privaten Medienhäusern weiter Kopfzerbrechen. Manche sprechen von einer existenziellen Bedrohung, der Geschäftsführer des Zeitungsverbands von einer "medialen Bodenversiegelung".
"Wir verfolgen mit großer Sorge die aktuelle medienpolitische Debatte zur Novelle des ORF-Gesetzes", erklärt etwa Maximilan Dasch, Geschäftsführer der "Salzburger Nachrichten ", gegenüber dem Standard.




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