Die Zahl der deutschen Webradios hat stark zugenommen: Ende April sendeten knapp 2.700 Webradio-Anbieter über das Internet. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl um über 700 Sender gestiegen. Seit 2006 (mit damals 450 Internetsendern) nahm die Anbieterzahl in Deutschland damit pro Jahr um rund 56 Prozent zu, wie aus dem Webradiomonitor 2010 hervorgeht.
Deutlich zugenommen hat auch die mobile Nutzung: Knapp die Hälfte aller Webradios sind heute mobil über das Handy zu empfangen, teilte die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM) am Mittwoch mit.
Im aktuellen Webradiomonitor wurden im April exakt 2.692 deutsche Webradios erfasst. Davon sind 80 Prozent ausschließlich im Internet empfangbar, die anderen sind überwiegend Live-Streams der UKW-Radio-Sender.
Das Interesse der Nutzer an Webradios steigt der Erhebung zufolge von Jahr zu Jahr. Rund 11 Millionen Deutsche hörten laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2009 zumindest gelegentlich Webradio, bereits 12 Prozent der Onliner nutzten Webradios regelmäßig. Das wachsende Interesse zeigt sich auch an den im Webradiomonitor 2010 erhobenen täglichen Zugriffszahlen. Die ausschließlich online verbreiteten Sender gaben diese mit durchschnittlich rund 6.500 an, die UKW-Streams verzeichnen 13.500 Zugriffe pro Tag.
Webradio wird anders genutzt als klassisches Radio: Während UKW-Hörfunksender hauptsächlich am Morgen eingeschaltet werden, konzentriert sich die Nutzung bei Webradio auf den Abend.
Webradionutzung wird darüber hinaus zunehmend mobil und kommt aufs Handy. Mehr als 70 Prozent der UKW-Webradioveranstalter gaben an, über eigene Apps zu verfügen, durchweg alle für das iPhone.
Der Webradiomonitor 2010 ist die umfangreichste Marktanalyse zu Anbietern, Nutzung, Reichweiten und Werbeumsätzen von Webradios in Deutschland. Die Studie wurde im Auftrag der BLM von der Berliner Strategieberatung Goldmedia erstellt und erscheint nach 2009 zum zweiten Mal.




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