Stimmt da noch die Verhältnismäßigkeit? Ein 23-Jähriger, der unerlaubt in einem US-Kino die Leinwand abgefilmt hatte, ist auf der Flucht von einem Polizeiauto angefahren und schwer verletzt worden.
Der Fall hatte sich bereits im Jahr 2009 ereignet, jetzt soll die Angelegenheit juristisch aufgerollt werden, berichtete am Mittwoch (Ortszeit) der Branchendienst "TorrentFreak".
Demnach hatten sich zwei Brüder im Sommer vor zwei Jahren schuldig gemacht, indem sie illegale Filmaufnahmen von Kino-Vorführungen im Internet verklickerten.
Während einer ihrer Abfilm-Aktionen wurden sie beobachtet und nach dem Verlassen des Kinos von Detektiven gestellt. Einer der beiden, ein 23-Jähriger, floh, verlor unterwegs aber einen seiner Flip-Flops und rannte barfuß weiter. Dabei wurde er - offenbar bewusst - von einem fahrenden Polizeiauto über den Haufen gefahren.
Der junge Mann zog sich schwere Verletzungen zu und brach sich unter anderem ein Bein. Seitdem kann er dem Bericht zufolge nur mit einer Gehhilfe laufen, verbrachte Monate in einem Krankenhaus und in der Reha. Für die illegalen Raubkopien wurde er zu einem Jahr Bezirksgefängnis verdonnert.
Jetzt will der 23-Jährige klagen - gegen die überharte Vorgehensweise der Polizei und wegen des Einsatzes mit potentiell tödlicher Gewalt, durch die nicht nur schwere Verletzungen, sondern auch hohe Krankenhausrechnungen entstanden waren. Die Lobbyorganisation Motion Pictures Association of America (MPAA) muss sich ebenfalls für den Unfall verantworten, auch wenn sie direkt keinen Einfluss darauf hatte.




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