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Thread: Allgemeine Neuigkeiten

  1. #751
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    eBay ermöglicht Verkauf von "ab 18"-Inhalten

    Die Handelsplattform eBay ermöglicht ab sofort den Handel mit Filmen und Computerspielen, die von den jeweiligen Jugendschutz-Kontrollgremien mit der Alterseinstufung "ab 18" versehen wurden. Das teilte das Unternehmen heute mit.

    Die Option steht allerdings ausschließlich gewerblichen Verkäufern zur Verfügung. Diese müssen dabei jedoch aufgrund von Vorgaben des Jugendschutzgesetzes sicherstellen, dass beim Versand das Paket nicht an Kinder oder Jugendliche ausgehändigt wird, hieß es. Dafür werden verschiedene Versandmethoden angeboten.

    So ist es möglich, den von Logistikunternehmen wie DHL und Hermes angebotenen Service zu nutzen, dass die Altersprüfung bei der Zustellung vollzogen wird. An geprüfte Mitglieder, oder Nutzer, bei denen der Verkäufer den Altersnachweis auf anderem Weg einholt, ist auch das "Einschreiben eigenhändig" zulässig. Als dritte Option bietet eBay die Möglichkeit der Prüfung bei Selbstabholung.

    Die Händler müssen dafür als Versandmethode "Andere Versandoptionen/Sonderversand" auswählen. "Wir empfehlen zudem dringend, bereits in der Artikelbeschreibung zusätzliche Informationen aufzunehmen, die dem Käufer die einzelnen Schritte und Erfordernisse des Sonderversands erläutern", erklärte eBay.

    Entsprechende Angebote beschränken sich aber auf Filme oder Spiele, die wegen Gewaltdarstellungen oder ähnlichem nicht für Jugendliche freigegeben sind. Pornographische oder überwiegend soft-erotische Produkte dürfen weiterhin nicht über die Plattform vertrieben werden.

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  3. #752
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    Zehn Millionen Bürger kaufen PC-Spiele im Internet

    Zehn Millionen Bundesbürger haben schon PC- oder Videospiele im Internet gekauft. Das entspricht jedem fünften Internetnutzer, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Hightechverbands BITKOM zeigt. „Gamer sind naturgemäß besonders internetaffin. Viele Spiele werden online verkauft“, sagte Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des BITKOM.

    Am häufigsten bestellen erwartungsgemäß Schüler und Studenten Computerspiele online. Jeder vierte von ihnen hat das bereits getan. Aber auch schon jede sechste Hausfrau. Differenziert nach Altersgruppen gibt es aber keine großen Unterschiede. 30- bis 49-jährigen Befragten liegen mit 24 Prozent etwa gleichauf mit den unter 30-Jährigen (23 Prozent). Männer sind mit rund einem Viertel dagegen deutlich eifrigere Online-Besteller als Frauen mit etwa einem Sechstel.

    Der Umsatz mit Spielkonsolen wird 2011 voraussichtlich noch einmal um neun Prozent auf 755 Millionen sinken. 2012 aber könnte er sich nach einer Prognose des European Information Technology Observatory (EITO) erstmals nach Jahren erholen und um etwa ein Prozent auf 765 Millionen wachsen. Der BITKOM wird im Vorfeld der Spielemesse GamesCom im August eine umfassende Studie zu Computerspielen vorstellen.

  4. #753
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    Nationales Cyber-Abwehrzentrum nimmt Arbeit auf

    Der Bundesverband BITKOM hat die Gründung des nationalen Cyber-Abwehrzentrums (NCAZ) in Bonn begrüßt. BITKOM-Präsidiumsmitglied Prof. Dieter Kempf kommentiert wie folgt:

    „Die Gründung des nationalen Cyber-Abwehrzentrums ist ein wichtiger Schritt zum richtigen Zeitpunkt auf dem Weg zu mehr Schutz vor Cyber-Angriffen. Das Zentrum schließt eine Lücke in der Kommunikation zwischen den Behörden, die vom Thema Cybersicherheit betroffen sind: in erster Linie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sowie das Bundeskriminalamt (BKA). Die etwa zehn Experten des NCAZ können aus Einzelinformationen ein komplexes Lagebild zusammensetzen. Dabei muss allen klar sein: Das NCAZ ist nicht konzipiert, um im Krisenfall selbst einzugreifen und umfassende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

    Bei einem Ausbau des NCAZ sollte die Privatwirtschaft stärker einbezogen werden. Betroffene Unternehmen und ihre Mitarbeiter können so besser geschützt werden. Zudem können Unternehmen mit ihren Experten für Cyber-Security das Lagebild mit wertvollen eigenen Informationen ergänzen.

    Die Nutzung des Internets für mögliche Straftaten, egal ob von staatlichen Akteuren oder von Kriminellen, erfordert die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure.“

  5. #754
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    Illegalen Streaming-Filmangeboten geht es an den Kragen

    Die rechtliche Bewertung illegaler Streaming-Angebote ist in vielen Ländern noch nicht abgeschlossen - und zwar deshalb, weil raubkopierte Spielfilme oder Serien als ganzes nicht den Weg auf den abrufenden Computer finden.

    Zumindest in den Vereinigten Staaten ändert sich das nun: Nach einer Anhörung vor dem Ausschuss U.S. House Judiciary Subcommittee on Intellectual Property, Competition and the Internet hat die mächtige Lobbyorganisation Motion Picture Association of America, (MPAA) den Gesetzgeber erfolgreich dazu aufgefordert, dem ungesetzlichen Treiben den Garaus zu machen.

    Der im Schnelldurchlauf durchgepeitschte "Commercial Felony Streaming Act" macht bei der Bestrafung von Raubkopierern in Zukunft keinen Unterschied mehr zwischen Streaming- auf der einen und Download-Sites auf der anderen Seite. Bislang gab es in den USA erhebliche Diskrepanzen zugunsten von Streaming-Portalbetreibern und ihrer Kundschaft.

    Neben der MPAA begrüßten auch die Independent Film & Television Alliance (IFTA) und die National Association of Theatre Owners (NATO) das Einschreiten des Gestezgebers.

    Wie hoch der Schaden durch Raubkopien ist, diskutieren Experten durchaus kontrovers. Erst im letzten Jahr hatte die US-Regierung Organisationen wie der MPAA vorgehalten, mit falschen Zahlen zu operieren, um eigene Interessen rücksichtslos durchzusetzen. Erst in der vergangenen Woche war das Portal Kino.to von deutschen Behörden abgeschaltet worden, es gab zahlreiche Festnahmen, nach einer Person wird noch gefahndet.

  6. #755
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    ARD und Privatsender propagieren HbbTV - wenn's der Zuschauer will

    Die Verschmelzung von Fernsehen und Internet gilt als einer der wichtigsten Medientrends der Zukunft - wenn der Zuschauer am Ende tatsächlich mitspielt.

    Die Intendantin des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Monika Piel, und Jürgen Doetz, der Präsident des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), warben beim Medienforum.NRW am Montag gemeinsam für den europäischen Technikstandard HbbTV. Er solle von allen Anbietern akzeptiert werden, um einen "diskriminierungsfreien Zugang" zu der neuen Technologie sicherzustellen. "Wir wollen einen chancengleichen Zugang", sagte Piel. Außerdem müssten die gesetzlichen Spielregeln für Zugang und Auffindbarkeit der Angebote noch schärfer gefasst werden.

    HbbTV bedeutet mitnichten, dass auf jedem damit ausgerüsteten Fernseher oder Digital-Receiver alle Inhalte abrufbar sind. Im Gegenteil. Hersteller und Sender schotten sich gegenseitig ab. Was es dabei für Kuriositäten gibt, lesen Sie in der aktuellen gedruckten Ausgabe der SAT+KABEL. Längst nicht jedes Gerät mit HbbTV-Logo beherrscht identische Funktionen: Fernseher von Toshiba etwa zeigen vor allem die HbbTV-Angebote öffentlich-rechtlicher Sender. Die ISIO-Gerät von Technisat oder "Net-TV“- Fernseher von Philips stellen zusätzlich HbbTV-Angebote von ProSieben und Sat.1 dar, nicht aber die von RTL.

    Auch die gesetzlichen Spielregeln sind zurzeit noch unzureichend. Nach aktueller Rechtslage ist es zum Beispiel möglich, dass der Gerätehersteller plötzlich Werbung einblendet. "Stellen Sie sich vor, Sie schauen am Sonntagabend den 'Tatort', die Kommissare liefern sich eine wilde Verfolgungsjagd mit dem vermeintlichen Täter und plötzlich erscheint im Bild die Werbung eines großen deutschen Automobilherstellers", erläuterte Piel am Abend gegenüber der Deutschen Presseagentur. "Sie sind erstens verwirrt - wer hat diese Werbung geschaltet? Und zweitens mit Sicherheit von der Handlung abgelenkt."

    Deshalb fordern die Sender, dass Einblendungen des Geräteherstellers oder anderer Anbieter von dem jeweiligen Sender genehmigt werden müssen. "Und sie müssen darüber hinaus vom Zuschauer ausdrücklich gewünscht sein", sagte Piel. "Der Nutzer muss also jederzeit die Möglichkeit haben, diese Zusatzfunktionen auszublenden."

    Womöglich behält am Ende der Medienphilosoph Norbert Bolz Recht, der in einem Vortrag beim Medienforum NRW in Köln die Fernsehsender aufgefordert hatte, es mit der Interaktivität nicht zu übertreiben. Die "alten Medien" Film und Fernsehen täten auch gut daran, die "Wonne der Passivität" als Gegenpol zur ständigen Interaktivität herauszustellen: Denn man genieße es auch mal, gerade nicht in einen Dialog eintreten zu müssen. Hier könnten Film und Fernsehen eine "ökologische Nische" finden, sagte Bolz.

    Quelle:satundkabel

  7. #756
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    Marktplatz Internet: Jeder fünfte Bundesbürger betreibt Online-Handel

    Zwölf Millionen Deutsche verkauften im vergangenen Jahr Waren und Dienstleistungen per Internet. Das entspricht etwa jedem fünften Bundesbürger (19 Prozent) zwischen 16 und 74 Jahren. Darauf weist der Hightech-Verband BITKOM mit Bezug auf neue Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat hin. „Das Internet ist inzwischen der größte Marktplatz der Welt. Der Online-Handel hat sich auch zwischen privaten Einzelpersonen fest etabliert“, sagte Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des BITKOM.

    Die Transaktionen erfolgen meist über Webseiten von Händlern sowie über spezielle Online-Plattformen wie Ebay oder Amazon. Männer zwischen 25 und 54 Jahren sind dabei am meisten (zu 29 Prozent) als Online-Verkäufer aktiv. Aber auch Frauen in dieser Altersgruppe sind überdurchschnittlich häufig (23 Prozent) vertreten. Insgesamt liegen Männer mit 22 Prozent vor den Frauen mit 16 Prozent. Ebenso hat der Bildungsstand einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit im Web. Personen mit hoher formaler Schulbildung betätigen sich doppelt so häufig als Verkäufer wie Personen mit niedriger formaler Bildung (24 gegenüber 12 Prozent).

    Deutschland liegt im europäischen Vergleich auf Rang 5, weit über dem Durchschnitt der EU-27 von 13 Prozent. An der Spitze ist Dänemark mit 28 Prozent, gefolgt von den Niederlanden (24 Prozent), Frankreich (23 Prozent) und Slowenien (20 Prozent). Gerade Frankreich hat zuletzt deutlich aufgeholt. 2009 lag es noch bei zwölf Prozent.

  8. #757
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    c't magazin wird eingestellt

    Der Hessische Rundfunk und der Heise Zeitschriften Verlag haben beschlossen, die Kooperation zur Produktion der TV-Sendung c't magazin aus Kostengründen nicht weiter fortzuführen.

    Der HR und der Heise Verlag bedauern sehr, dieses erfolgreiche Format deshalb zum 25. Juni 2011 einstellen zu müssen.

  9. #758
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    Hollywood-Studios wollen IP-Blockaden juristisch durchsetzen

    In England hat am Dienstag ein spektakulärer Prozess seine Fortsetzung gefunden, der für zahlreiche Telekommunikationsanbieter weitreichende Folgen haben könnte.

    Dabei wollen Mitglieder der Motion Picture Association of America (MPAA) erreichen, dass der Telekommunikationsriese BT (British Telecom) in Zukunft eine Webseite mit einer IP-Blockade versehen soll, die als Tauschbörse für unerlaubt vervielfältigte Filme dient.

    Vor dem englischen Gerichtshof treten Hollywood-Filmstudios wie Warner Bros, Fox, Disney und Paramount Pictures auf, die den öffentlichen Zugang zu Newzbin2 verbieten lassen wollen. Dort warten hunderte raubkopierte Filme und Musikstücke auf ihren Abruf.

    BT will sich gegen die Pläne der Filmstudios zur Wehr setzen. Das Urteil der Richter wird deswegen mit Spannung erwartet, weil es als erstes seiner Art Auswirkungen für die gesamte Branche haben könnte. Telekommunikationsanbieter könnten damit dazu gezwungen werden, eine schwarze Liste mit Anbietern zu führen, deren Webseiten geblockt und mit einer IP-Sperre verhängt werden.

    Die Absicht der Hollywood-Studios ist klar: Sie befürchten Einnahmeverluste durch das unerlaubte Vervielfältigen und Verbreiten von Blockbustern und Spielfilmen. Wie die Tageszeitung "The Guardian" am Dienstag berichtete, wurde die Verhandlung am Dienstag vertagt.

    Seit den Razzien Anfang Juni bei Mitarbeitern der umstrittenen Video-Plattform Kino.to stehen illegale Streaming-Portale derzeit fast täglich in der medialen Berichterstattung. Wie von Polizeibehörden und Rechteinhabern befürchtet, hat es nicht lange gedauert, bis ein Nachfolger des abgeschalteten Streaming-Portals Kino.to wieder aktiv war. Eine Blockade der IP-Adresse ist bei deutschen Internet-Providern nicht vorgesehen. In Österreich dagegen schon, dort stritt sich der Kabelbetreiber UPC mit Hollywood in einem ähnlichen Fall wie in England.

  10. #759
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    Jedem siebten Internetnutzer ist egal, was mit seinen Daten geschieht

    Die einen sind fahrlässig und leichtsinnig, die anderen übervorsichtig im Internet. Viele deutsche Web-Nutzer haben eine extreme Einstellung zur Datensicherheit. So ist jedem siebten User egal, was mit seinen Daten im Web geschieht. Auf der anderen Seite verzichtet jeder Sechste aus Sicherheitsgründen komplett auf Online-Transaktionen. Das zeigt die Studie „Datenschutz im Internet“, die der Hightech-Verband BITKOM veröffentlicht hat. „Zahlreiche Internet-Nutzer haben eine Schwarz-Weiß-Sicht auf die Datensicherheit im Internet. Eine vernünftige Balance zwischen Chancen und Risiken müssen viele erst noch finden. Dabei sollten Politik, Wirtschaft und Verbraucherschützer helfen“, sagte Prof. Dieter Kempf, BITKOM-Präsident und Vorstandsvorsitzender des Vereins „Deutschland sicher im Netz“. Der hohe Anteil extremer Nutzertypen zeige, wie wichtig Bewusstseinsbildung und Aufklärung bei Internet- und Datensicherheit ist. Offenbar kann und muss die Aufklärung der User noch verbessert werden: Laut Studie fehlen fast der Hälfte (47 Prozent) der Internet-Nutzer Informationen, was sie selbst für den Schutz ihrer Daten im Internet tun können.

    Nur 40 Prozent aller User glauben, ihre persönlichen Daten seien im Web grundsätzlich sicher. 55 Prozent sind hingegen skeptisch. Dazu gehören insbesondere die jugendlichen Surfer sowie User mit hohem formalem Bildungsabschluss. Fast 40 Prozent aller Internet-Nutzer senden deshalb vertrauliche Informationen und Dokumente per Post statt per Mail. Gut jeder Vierte (28 Prozent) verzichtet aus Sicherheitsgründen auf Online-Banking, jeder achte (13 Prozent) auf Mitgliedschaften in sozialen Netzwerken.

    Die meisten Internet-Nutzer sprechen sich für eine stärkere Vorbeugung und Verfolgung von Straftaten im Web aus. Vier von fünf wünschen sich im Internet mehr Schutz vom Staat, insbesondere gegen Terror und Straftaten. Kempf: „Die Studie zeigt: Der Schutz der persönlichen Daten im Internet ist eine Kernaufgabe von Politik und Wirtschaft geworden. Sie kann nur gemeistert werden, wenn die Verbraucher sensibilisiert sind und mitziehen.“

  11. #760
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    Internet-Kriminalität nimmt weiter zu

    Mit der Nutzung des Internets nimmt auch die Internet-Kriminalität zu. Die Zahl der Betroffenen ist deutlich gestiegen, ebenso die Schadenshöhe. Das zeigen eine aktuelle Umfrage des BITKOM sowie das Lagebild „Cybercrime 2010“ des Bundeskriminalamtes (BKA), die beide heute in Berlin vorgestellt wurden. „Insbesondere die Ausspähung von Online-Zugangsdaten, etwa für Plattformen oder Internet-Shops, ist im Vergleich zu 2010 stark angestiegen“, sagte Prof. Dieter Kempf, BITKOM-Präsident und Vorstandsvorsitzender des Vereins „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN). „Durch die Technisierung der Gesellschaft und die weitverbreitete Nutzung moderner Medien und Kommunikationsformen haben diese neuen Medien auch Einzug in klassische Kriminalitätsformen gehalten, vor allem im Betrugsbereich“, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke und ergänzt: „Im Jahr 2010 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik rund 250.000 Fälle registriert, in denen das Internet zur Tatbegehung genutzt wurde. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 20 Prozent. Im Zielspektrum der Cybergruppierungen steht die vollständige Identität der Internet-Nutzer, die die Täter bedarfsangepasst und flexibel für ihre kriminellen ‚Geschäftsmodelle’ missbrauchen.“

    Laut einer aktuellen BITKOM-Umfrage haben 70 Prozent aller deutschen Internet-Nutzer ab 14 Jahren schon einmal negative Erfahrungen im Web gemacht. Viren und andere Schadprogramme stehen dabei für 47 Prozent der User, also gut 25 Millionen Personen, an erster Stelle. Im Vorjahr waren es noch 43 Prozent. Jeder Siebte fühlte sich von einem Geschäftspartner betrogen, beispielsweise bei Online-Auktionen. Fast verdoppelt hat sich die Zahl der User, deren Zugangsdaten zu Plattformen, Email-Diensten, Auktionshäusern oder Online-Banking ausspioniert wurden. Vor einem Jahr waren es noch rund 3,7 Millionen, nun sind es knapp 7 Millionen. „Der Trend geht zum Ausspähen persönlicher Daten und Passwörter“, sagte Kempf.

    Laut Umfrage hat auch die Angst vor Internet-Kriminalität stark zugelegt. Fühlten sich 2010 noch 75 Prozent aller User bedroht, sind es inzwischen 85 Prozent. Einen Betrug beim Online-Banking fürchteten im vergangenen Jahr 28 Prozent, nun sind es 37 Prozent. Noch stärker stieg die gefühlte Bedrohung durch das Ausspähen und den Missbrauch persönlicher Daten: 2010 hatten 46 Prozent davor Angst, jetzt 59 Prozent. Trotz der gestiegenen Angst vernachlässigen noch immer viele Internet-Nutzer ihre Sicherheit: Gemäß der BITKOM-Studie „Datenschutz im Internet“ nutzen erst drei Viertel aller Internet-Nutzer ein Virenschutzprogramm und 70 Prozent eine Firewall, die den Datenverkehr eines Rechners mit der Außenwelt auf Sicherheitsprobleme hin kontrolliert. Jeder Fünfte surft demgegenüber völlig ohne Virenschutz oder Firewall. BITKOM und BKA haben ein Informationsblatt für Internet-Nutzer vorgestellt mit den wichtigsten Empfehlungen zur Vorbeugung.

    Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) bestätigt die zunehmende Angst der Nutzer. Die Zahl der dort erfassten Cybercrime-Fälle ist im vergangenen Jahr um 19 Prozent auf fast 60.000 gestiegen. Cybercrime umfasst Straftaten, die mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik oder gegen diese begangen werden. Bei fast der Hälfte (rund 27.000) dieser Fälle handelte es sich um Computerbetrügereien, wie beispielsweise das Phishing von Onlinebanking-Daten oder den missbräuchlichen Einsatz von Kreditkartendaten. Insgesamt stieg die Zahl der Computerbetrügereien um fast 20 Prozent. Der registrierte Schaden aller Cybercrime-Delikte ist um zwei Drittel auf insgesamt rund 61,5 Millionen Euro (2009: fast 37 Millionen) gestiegen. Besonders stark zugenommen hat das so genannte Phishing im Zusammenhang mit Online-Banking. Für 2010 wurden dem BKA rund 5.300 Fälle gemeldet, 82 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Schadenssumme betrug rund 4.000 Euro pro Fall. „Verschiedene Trojaner sind speziell auf den deutschen Bankenmarkt ausgerichtet und verfügen über das technische Potenzial, das iTAN-Verfahren erfolgreich anzugreifen“, warnte BKA-Präsident Ziercke. „Wer Online-Banking macht, sollte unbedingt auf die neuen Verfahren wie chip-TAN umsteigen“, sagte Kempf.

    Zur Durchführung ihrer kriminellen Aktivitäten bedienen sich die Täter zunehmend sogenannter Botnetze. Ende 2010 wurde eine Schadsoftware festgestellt, die in diesem Zusammenhang gezielt Smartphones infiziert. Ziercke: „Die Täter folgen dem Nutzungsverhalten der Anwender. Mobile Endgeräte werden infiziert, um parallel zum PC auch an die Daten möglicher SMS-basierter Authentifizierungsverfahren zu gelangen, etwa für Online-Banking oder E-Commerce per Kreditkarte.“

    Zugenommen haben laut Lagebericht verschiedene Ausprägungen der digitalen Erpressung. Hier fordern Täter eine Art Lösegeld, beispielsweise für das Nicht-Weitergeben gestohlener Daten oder das Unterlassen digitaler Angriffe auf die Unternehmens-Homepage.

    Ziercke warnte vor der Anpassungs- und Innovationsfähigkeit der Cyber-Kriminellen: „Die Internet-Betrüger arbeiten zumeist auf internationaler Ebene arbeitsteilig zusammen. Sie begehen nicht nur selbst die Straftaten, sondern bieten auch Schadprogramme oder komplette kriminelle Infrastrukturen in den Foren der Underground Economy global zum Kauf oder zur Miete an.“ Dabei seien die angebotenen Werkzeuge aufgrund ihrer relativ einfachen Handhabung auch für Täter ohne fundierte IT-Spezialkenntnisse nutzbar.

    Auch Unternehmen werden verstärkt Ziel der Online-Betrüger. Nach einer KPMG-Studie verzeichnete über die Hälfte aller Unternehmen, die 2010 Opfer von Wirtschaftskriminalität wurden, Schäden durch Cybercrime. 2006 lag der Wert noch bei 23 Prozent. Betroffen sind kleine wie große Unternehmen. Zwar sind große Konzerne in aller Regel technisch gut ausgestattet im Kampf gegen Online-Kriminelle. Die Angriffe sind jedoch zielgerichteter und geschickter geworden. „Cyber-Kriminelle setzen vermehrt auf Social Engineering: Sie versuchen, sich Zugang zu sensiblen Informationen zu verschaffen, indem sie Mitarbeiter unter Druck setzen oder ihre Hilfsbereitschaft ausnutzen“, sagte Kempf. Kleinere und mittlere Unternehmen haben oft Nachholbedarf bei der Organisation ihrer IT-Sicherheit. Das ergab eine aktuelle Umfrage von „Deutschland sicher im Netz“ unter fast 1.400 meist kleineren Unternehmen: Nur jedes Vierte schult und informiert regelmäßig seine Mitarbeiter, nur jedes Dritte hat ein IT-Sicherheitskonzept, das von der Geschäftsleitung getragen wird. 37 Prozent sichern ihre geschäftlichen Daten nicht täglich, 7 Prozent nie.

    Ziercke und Kempf kündigten an, den Informationsaustausch zwischen Wirtschaft und Polizei weiter zu intensivieren. BKA und BITKOM wollen auch bei der Aufklärung der Nutzer eng kooperieren.

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