Sogenannte Filesharer sind offenbar für erheblich geringere wirtschaftliche Schäden verantwortlich als bislang von der Musik- und Filmindustrie angenommen.
Der US-amerikanische Rechnungshof kann nach Angaben der Wochenzeitung "Zeit" "keine solide Basis für die Zahlen der Branche finden", die sich auf einen aktuellen Bericht der US-Regierung stützt (PDF). Die Versuche, die wirtschaftlichen Auswirkungen zu bemessen, seien "schwierig, wenn nicht gar unmöglich", heißt es darin. Bislang argumentierte die Medienindustrie, allein in den USA verursache Filesharing einen Schaden von 750.000 verlorenen Jobs und 250 Milliarden US-Dollar Miese im Jahr.
Die Zahlen wies der Rechnungshof zurück. Aufgrund fehlender Datenlage und Methodologie dürfen sie laut "Zeit" in offiziellen Regierungsberichten nicht mehr verwendet werden, ob tatsächlich 750.000 Arbeitsplätze verloren gehen, auch davon sind die Beamten nicht überzeugt. Unter Verweis auf astronomisch hohe Schäden hatten Lobbyisten in der Vergangenheit schärfere Gesetzte gegen Urheberrechtsverletzungen in zahlreichen Ländern durchgepeitscht - dazu gehört bald auch eine Sperrung von Internet-Zugängen für notorische Raubkopierer, unter anderem in Frankreich und Großbritannien.
Kritiker monieren die Zahlen der Medienindustrie seit langem. So rechnen Unternehmen beispielsweise jede Raubkopie automatisch in verlorenen Umsatz um - obwohl vollkommen unklar ist, ob ein Verkauf aufgrund des verlangten Preises überhaupt zustande gekommen wäre.







Reply With Quote